Olympic Weekly

DVV-Frauen eine Runde weiter, Ruderer gut gestartet

In unserem Olympic Weekly schauen wir jede Woche auf das zurück, was in der Vorwoche im olympischen Sport passiert ist - selbstverständlich mit Fokus auf unsere deutschen Athletinnen und Athleten.

Autor: DOSB
7 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 26. September 2017

Volleyball

In einem schwierigen Spiel, in dem die DVV-Frauen kämpferisch überzeugten, besiegten sie Ungarn mit 3:1 (25:21, 19:25, 25:21, 25:18). Damit sind Volleyballerinnen bereits sicher eine Runde weiter bei der EM in Aserbaidschan und Georgien.

Mit einem klaren Sieg gegen Gastgeber Aserbaidschan am Montag (16 Uhr/Sport1) kann die junge Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) sogar noch das direkte Viertelfinal-Ticket lösen. Als Zweite oder Dritte der Gruppe A müssten die Schmetterlinge den Umweg über die Play-off-Runde nehmen. Die Ungarinnen sind nach drei Niederlagen bereits ausgeschieden.

Deutschland liegt nach der knappen Auftaktniederlage (2:3) gegen Polen mit vier Punkten hinter Aserbaidschan (6) und den Polinnen (5) auf dem dritten Rang. Für einen Sieg gegen den Spitzenreiter muss sich die DVV-Auswahl allerdings nochmals deutlich steigern. In der Play-off-Runde ginge es gegen ein Team der Gruppe C (Russland, Türkei, Bulgarien, Ukraine). 

Gegen die Ungarinnen, die bis dahin erst einen Satz im Turnier gewinnen konnten, tat sich das Team um Spielführerin Maren Fromm von Beginn an schwer, zwischenzeitlich zog der Außenseiter sogar ein bisschen davon. Dann überwanden Fromm und Co. die Anfangsnervosität und gewannen den ersten Durchgang. 

Allerdings brachte dies keine zusätzliche Sicherheit. Stattdessen häuften sich Unkonzentriertheiten und Fehler, die den Gegner erstarken ließen. Den Deutschen gelangen gerade die einfachen Punkte nicht mehr, der Weltranglisten-13. agierte mutlos und kassierte den Ausgleich. 

Das Team gab aber nicht auf und sicherte sich dank eines deutlich verbesserten Angriffs sowie einer guten Blockabwehr den wichtigen dritten Satz, gerade Zuspielerin Denise Hanke riss ihre Teamkolleginnen mit. Mit viel Geduld und Ruhe zeigte Deutschland dann endlich seine Klasse und machte den ersten Erfolg perfekt. 

Zum Auftakt am Freitag hatte die DVV-Auswahl eine 2:1-Führung noch aus der Hand gegeben und eine knappe Niederlage gegen Polen (2:3) erlitten. Letztendlich hatten der Mannschaft nur zwei Punkte gefehlt, um das 3:1 klar zu machen, doch die Nervosität und die mangelnde Abgeklärtheit machte den Koslowksi-Schützlingen einen Strich durch die Rechnung.

Der Bundestrainer, der in Baku auf eine wenig erfahrene Mannschaft mit sieben EM-Debütantinnen setzt, hatte sich vor Turnierbeginn mit Forderungen zurückgehalten und das Erreichen des Viertelfinales als Ziel ausgegeben.

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Rudern

Bei der WM im amerikanischen Sarasota hat Tim Ole Naske einen souveränen Vorlaufsieg gezeigt. Die neue deutsche Einer-Hoffnung hat damit seine hohen Ambitionen untermauert. Der 21 Jahre alte Nachfolger des zurückgetretenen Ex-Weltmeisters Marcel Hacker gewann seinen Vorlauf klar vor dem Russen Wladislaw Rjabzew und zog direkt ins Viertelfinale ein.

Licht und Schatten erlebten am ersten WM-Tag die beiden Doppelvierer, die bei Olympia in Rio jeweils Gold geholt hatten. Das neu formierte Frauen-Quartett enttäuschte mit Rang vier und muss am Dienstag im Hoffnungslauf antreten. Daniela Schultze (Potsdam), Charlotte Reinhardt (Dorsten), Frauke Hundeling (Hannover) und Frieda Hämmerling (Kiel), die im Mai Europameisterinnen geworden waren und auch in Sarasota als Medaillenkandidaten gelten, lagen im Ziel fast sieben Sekunden hinter Polen.

Das Männer-Quartett präsentierte sich dagegen stark und musste sich einzig Großbritannien geschlagen geben. Tim Grohmann (Leipzig), Philipp Syring, Max Appel (beide Magdeburg) und Timo Piontek (Koblenz) reichte der zweite Rang, um ungefährdet ins Halbfinale einzuziehen.

Direkt ins Halbfinale schaffte es auch der Vierer ohne Steuermann. Paul Gebauer (Potsdam), Wolf-Niklas Schröder (Berlin), Laurits Follert (Duisburg) und Christopher Reinhardt (Dorsten) landeten ebenfalls hinter Olympiasieger Großbritannien auf Rang zwei.

Nachsitzen müssen dagegen die Leichtgewichts-Doppelzweier. Bei den Männern verpassten Lucas Schäfer und Jason Osborne (Marburg/Mainz) als Dritte hinter China und der Ukraine den direkten Halbfinal-Einzug und müssen am Dienstag ebenso im Hoffnungslauf antreten wie Leonie Pless und Fini Sturm (Frankfurt/Brandenburg) bei den Frauen. Das DRV-Duo musste Frankreich und China den Vortritt lassen.

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Tennis

Erste Finalteilnahme auf der ATP-Tour für Peter Gojowczyk und dann direkt auch ein Titel. Im Finale besiegte er den an Nummer sieben gesetzten Franzosen Benoit Paire mit 7:5, 6:2. Gojowczyk hatte im Halbfinale von der krankheitsbedingten Aufgabe des Hamburgers Mischa Zverev profitiert.

Gojowczyk war bei den BMW Open 2007 in München erstmals auf der ATP-Turnier dabei, damals unterlag er in der ersten Runde der Qualifikation dem mittlerweile längst zurückgetretenen Würzburger Marc Meigel. In Metz musste "Gojo" sich ebenfalls durch die Qualifikation ins Hauptfeld kämpfen.

Seine Lieblingsturniere sind die Grand Slams, bei den US Open 2013 erreichte Gojowczyk erstmals die zweite Runde bei einem der vier großen Turniere. Im Anschluss hatte er es in die Top 150 der Welt geschafft. In Metz trat er als Nummer 95 an, in der kommenden Woche wird er einen deutlichen Satz nach vorne machen. Gojowczyks bisher beste Platzierung im Ranking war Platz 79 im November 2014.

Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff aus Warstein verpasste dagegen sein erstes Tour-Finale. Der auf Position acht gesetzte 27-Jährige unterlag am Samstag in St. Petersburg in der Vorschlussrunde Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina nach 81 Minuten 3:6, 5:7.

Die ehemalige Weltranglistenerste Angelique Kerber hat beim WTA-Turnier in Tokio ihr zweites Endspiel des Jahres verpasst. Die 29 Jahre alte Kielerin musste sich im Halbfinale nach schwachem Start Anastasia Pawljutschenkowa mit 0:6, 7:6 (7:4), 4:6 geschlagen geben. 

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Radsport

Während sich Peter Sagan über die Titelverteidigung im Straßenrennen freuen konnte, gab es für die deutschen Radfahrer nicht viel zu holen. Bester Deutscher wurde der Berliner Simon Geschke auf dem 20. Rang.

Der etatmäßige Kapitän John Degenkolb (Gera) hatte seinen Start krankheitsbedingt absagen müssen. 

Das BDR-Team hielt sich an die ausgegebene Taktik und fuhr zunächst sehr verhalten, um möglichst viel Energie zu sparen. Zeitfahr-Ass Tony Martin hatte erwartet, dass etwa 50 km vor dem Ziel eine Vorentscheidung fallen würde - und in der Tat erhöhten vor allem die Belgier in dieser Phase das Tempo zunehmend.

Auf den letzten beiden der insgesamt elf Schleifen auf dem 19,1 km langen Rundkurs nahm die Intensität des Rennens immer weiter zu. Mehrfach setzten sich Fahrer vom Hauptfeld ab, auch der Kölner Nils Politt und Paul Martens (Rostock) attackierten vergeblich. 

Zu einer Schlüsselstelle in der Schlussrunde wurde der Salmon Hill, ein 1,5 km langer und im Schnitt 6,4 Prozent steiler Anstieg. Der Angriff des Franzosen Julian Alaphilippe, dem zunächst lediglich der Italiener Gianni Moscon folgen konnte, verpuffte letztlich aufgrund der zu großen Distanz zum Ziel.

Der BDR hatte bereits vor dem Straßenrennen eine durchwachsene Bilanz gezogen. "Das Fazit ist zweigeteilt. Im Nachwuchs und der U23 müssen wir sehr zufrieden sein, aber gerade bei der Frauen-Elite dürfen wir das Ergebnis nicht schönreden", sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster.

Mit einer Silbermedaille durch Top-Talent Lennard Kämna im U23-Straßenrennen und drei vierten Plätzen bei den Junioren lag der BDR vor dem WM-Highlight am letzten Wettkampftag deutlich hinter dem Abschneiden des Vorjahres. In Katar hatte es zweimal Gold und dreimal Silber gegeben, die flachen Kurse im Wüstenemirat waren den deutschen Startern aber auch wesentlich mehr entgegengekommen.

Gerade bei den Männern sieht Moster auch wegen des 21-jährigen Kämna "sehr gute Perspektiven. Auf Lennard halten alle sehr große Stücke." Zudem könne man noch längere Zeit auf die etablierten Profis wie John Degenkolb oder Marcel Kittel zählen. Als künftige Stützen betrachtet Moster außerdem Rick Zabel, Nikias Arndt oder Jasha Sütterlin.  

Bedenklich ist hingegen der Zustand des deutschen Frauen-Radsports. In Bergen gab es mit den Plätzen zwölf (Zeitfahren) und 42 (Straßenrennen) für Lisa Brennauer bei der Elite das schlechteste WM-Resultat seit der Jahrtausendwende. Die internationale Konkurrenz ist weit enteilt.

Gerade Brennauer (29) steckt im einem Tief. 2014 hatte die Allgäuerin im spanischen Ponferrada noch Zeitfahr-Gold und Silber im Straßenrennen gewonnen, ein Jahr später zumindest noch Zeitfahr-Bronze. Man müsse sich "hinterfragen, wie wir junge Sportlerinnen integrieren können", sagte Moster, der sich insbesondere von der 21-jährigen Lisa Klein etwas verspricht.

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Fußball

Trotz des 6:0-Auftaktsieges gegen Slowenien scheinen die DFB-Frauen nicht so richtig wieder in die Spur gefunden zu haben nach der enttäuschenden EM. Gegen Tschechien gab es in der WM-Qualifikation nur dank eines Aussetzers von Verteidigerin Eva Bartonova (51.) ein 1:0-Sieg (0:0). Das Team von Bundestrainerin Steffi Jones spielte dabei erneut erschreckend ideenlos.

 

Die sichtlich frustrierte Jones versuchte dennoch, irgendwie das Positive aus der Partie zu ziehen. "Das war auch jetzt ein Schritt nach vorne. Denn wir müssen die Erkenntnis mitnehmen, dass wir zu harmlos sind vorne", sagte die 44-Jährige in der ARD. Ihr Team habe zwar "gefightet, es war ein Kampfsieg, aber für unseren Anspruch zu wenig."

Nach dem Auftaktsieg mühte sich das DFB-Team auf dem Weg zur Endrunde 2019 in Frankreich an die Spitze der Gruppe 5. Nur die Gruppensieger der sieben Qualifikations-Fünferstaffeln lösen direkt das WM-Ticket. Die vier besten Zweiten spielen in Play-offs um das letzte Europa-Ticket.

Die deutsche Auswahl hatte von Beginn an Probleme, gegen das aggressive Pressing der Tschechinnen ins Spiel zu finden. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis ein Schuss aus spitzem Winkel von Simone Laudehr (28.) erstmals für einen Hauch von Torgefahr sorgte.

Erst als den Gastgeberinnen ein wenig die Kräfte schwanden, konnte sich die DFB-Auswahl ansatzweise besser befreien. Doch für zwingende Aktionen im letzten Drittel fehlten wie schon beim EM-Debakel vor rund eineinhalb Monaten Durchschlagskraft und Präzision. Nach dem Halbzeitpfiff stapfte Jones mit entsprechend grimmiger Miene in Richtung Kabine.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte profitierte der haushohe Favorit dann von einem schweren Lapsus in der Hintermannschaft des Weltranglisten-37.: Einen weiten Ball von Tabea Kemme lenkte Bartonova, die kurz zuvor noch mit einer Rettungstat auf der Linie geglänzt hatte, mit der Hüfte aufs eigene Tor und überraschte so die herausgeeilte Torhüterin Barbora Voitkova.

Doch selbst die Führung verlieh der DFB-Auswahl kein Selbstvertrauen. Während die kämpfenden Tschechinnen sich zunehmend vor dem eigenen Strafraum einigelten, blieb es im deutschen Spielaufbau häufig bei Stückwerk. 

Weiter in Richtung Endrunde geht es am 20. Oktober, wenn der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister in Wiesbaden gegen den EM-Teilnehmer Island auf jeden Fall eine Leistungssteigerung zeigen muss. Vier Tage darauf geht es in Großaspach gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Färöer.

 

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[Quelle: SID]

Disclaimer

Die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir versuchen mit dem Olympic Weekly Olympia-Fans einen Überblick über das Wichtigste aus der vergangenen Woche zu liefern. Mehr und ausführlichere Informationen zu den einzelnen Sportarten gibt es auf den jeweiligen Verbandsseiten.