Geschichtsstunde

Triathlon-Gold 2008 in Peking

In unserer Geschichtsstunde blicken wir wöchentlich auf einen historischen Moment der deutschen Olympia-Geschichte. Heute: Der Gold-Erfolg von Triathlet Jan Frodeno 2008 in Peking.

Autor: DOSB
2 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 14. September 2017

Heute startet in Rotterdam in den Niederlanden die Triathlon-WM im Sprint und über die Kurzdistanz. Für uns also Grund genug, um noch einmal auf einen herausragenden Moment im Triathlon bei den Olympischen Spielen zu blicken. Wir springen zurück ins Jahr 2008, als Jan Frodeno in Peking Gold gewann. 

Als einer der 55 Starter ging der gebürtige Kölner Jan Frodeno auf die Olympische Triathlon-Distanz: 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zum Abschluss noch einen Lauf über 10 Kilometer. Rund um die Begräbnisstätte der Kaiser der chinesischen Ming-Dynastie zeigte Frodeno dabei eine taktische Meisterleistung. 

Am 19. August, einen Tag nach Frodenos 27. Geburtstag, mussten sich die Triathleten erst einmal mit den schwierigen Bedingungen zurechtfinden. Denn bei mehr als 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und weit über 30 Grad hat man sich schnell übernommen. Am Ende sollte also die Taktik entscheidend sein. Das Motto: es ruhig angehen lassen. Nach den 1500 Metern Schwimmen im Stausee bei rund 27 Grad Wassertemperatur, kam er als Zwölfer aus dem Wasser. Bis zum Ende der Wechselzone war Frodeno dann jedoch auf den 27. Platz zurückgefallen. Dennoch verlor Wahl-Saarbrücker zu keinem Zeitpunkt den Anschluss an die Spitze um Weltmeister Javier Gomez (Spanien), obwohl „Frodo“ die Ausreißversuche einiger Athleten in der Spitzengruppe nicht mitging. Stattdessen bewahrte er die Ruhe, fast wissend, dass sein Moment noch käme. 

Doch bevor es auf die letzten 10 km ging, hatte sich eine Dreiergruppe an die Spitze des Feldes gesetzt und bereits mehr als 40 Sekunden Vorsprung herausgefahren. Spätestens jetzt wurde es ernst: Wer aufs Podium wollte, der musste nun alle Karten auf den Tisch legen. In der Folge schmolz der Vorsprung der Führungsgruppe. Kurz vor dem Ziel setzte Jan Frodeno dann zum entscheidenden Schlussspurt an. Auf den letzten knapp 150 Metern nahm er dem Olympiasieger von Sydney, dem Kanadier Simon Whitfield, noch einmal fünf Sekunden ab und lief als Erster nach 1:14:53,28 Stunden durchs Ziel. Auf Rang drei kam der Neuseeländer Bevan Docherty über die Ziellinie. Mit-Favorit Gómez wurde Vierter. Daniel Unger, der aus deutscher Sicht eher als Mann für die Medaillen gehandelt wurde als Frodeno, wurde in 1:49:43,78 Stunden Sechster. 

Jan Frodeno, der zuvor noch nie einen Weltcupsieg hatte feiern können, sorgte so für das erste Olympia-Gold eines deutschen Triathleten und gleichzeitig für die bislang letzte deutsche Medaille in dieser Sportart. Zuvor war aus Deutschland jedoch schon an anderer Sportler erfolgreich: Stephan Vuckovic holte 2000 in Sydney Silber. 

Nun drücken wir die Daumen für die WM.