Wintersport Wochenende

Wintersport Kompakt

Deutschland, Oberhof, 11.01.2026, Biathlon, Weltcup, Verfolgung Frauen: Franziska Preuss (Deutschland). Foto: Pressefoto Rudel/Nico Bauhof

Alles, was an diesem Wintersport-Wochenende passiert ist.

7 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 12. Januar 2026

Snowboard

Snowboard-Ass Ramona Hofmeister (Bischofswiesen) hat bei ihrem Comeback nach dreieinhalbmonantiger Verletzungspause in triumphaler Manier das Olympia-Ticket gelöst und sich auf Anhieb zu einer Medaillenkandidatin aufgeschwungen. Die Bronzemedaillen-Gewinnerin der Winterspiele 2018 erfüllte bei ihrem Saisondebüt im Schweizer Scuol trotz ihres großen Trainingsrückstands im olympischen Parallel-Riesenslalom durch ihren 27. Weltcup-Erfolg geradezu sensationell die Norm für die Teilnahme an den bevorstehenden Winterspielen in Italien.

Biathlon

Die deutsche Frauen-Staffel hat sich beim Weltcup in Oberhof nach einer Aufholjagd den zweiten Podestplatz des Winters gesichert. Selina Grotian, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Schlussläuferin Franziska Preuß belegten am Samstag nach einer Strafrunde und 13 Nachladern wie bereits in Hochfilzen den dritten Rang (+1:28,4 Minuten). 

 Philipp Nawrath hat in der Schießlotterie beim Weltcup-Heimspiel in Oberhof seinen zweiten Podestplatz klar verpasst. Nach Platz zwei im Sprint fiel der 32-Jährige am Samstag in der Verfolgung mit sieben Strafrunden (+45,5 Sekunden) auf den 14. Platz zurück. "Ich habe zwei, drei Runden vorne ziemlich Druck gemacht. Vielleicht war es zu viel. Heute hat es einfach nicht funktioniert, da ist auch viel Kopf dabei", sagte Nawrath in der ARD: "Es hat nicht sein sollen." Nawrath war mit 13 Sekunden Rückstand auf Giacomel in das Rennen gegangen - und lag lange Zeit sogar in Führung. Doch fünf Fehler beim Stehendschießen ließen alle Träume vom ersten deutschen Einzelsieg bei den Männern nach Benedikt Doll am 5. Januar 2024 in Oberhof platzen.

Die deutsche Biathleten haben in einem dramatischen Staffelrennen den ersten Podestplatz des Winters knapp verfehlt. Justus Strelow, Lucas Fratzscher, Philipp Nawrath und David Zobel belegten beim Weltcup in Oberhof nach zehn Nachladern den fünften Platz (+5,4 Sekunden). Den Sieg sicherte sich Norwegen (2 Strafrunden+7 Nachlader) in einem hochspannenden Finish vor Frankreich (2+9/+2,6), Schweden (0+12/+3,8) und Italien (1+9/+4,8).

Biathlon-Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß hat das anvisierte Podest zum Abschluss des Weltcups in Oberhof verpasst. In der Verfolgung im Thüringer Wald belegte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach zwei Strafrunden wie bereits im Sprint den fünften Platz (+1:20,7 Minuten). Den Sieg sicherte sich erneut die Schwedin Elvira Öberg (1 Strafrunde) vor Suvi Minkkinen aus Finnland (1/+16,6 Sekunden) und ihrer Schwester Hanna Öberg (1:04,5). Hinter Preuß erreichte Vanessa Voigt nach einer starken Aufholjagd und einer fehlerfreien Leistung am Schießstand Platz acht (+1:47,8).

Ski Alpin

Eine hervorragende Leistung bot erneut Fabian Gratz (+1,92) in Adelboden. Nach seinem Ritt auf Rang fünf beim Riesenslalom in Alta Badia kurz vor Weihnachten fuhr er im vorletzten Riesenslalom vor den Olympischen Spielen als Neunter zum zweiten Mal in seiner Karriere unter die ersten zehn.

Hoffnungsträger Linus Straßer hat einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele einen weiteren Rückschlag erlitten. Beim Weltcup-Slalom im Schweizer Adelboden schied der WM-Dritte im zweiten Durchgang aus und setzte damit seine seine Serie von schwachen Resultaten in dieser Saison fort. In den bisherigen sechs Slaloms fuhr er nur einmal unter die ersten zehn. Der Franzose Paco Rassat feierte vor rund 30.000 Skifans am Chuenisbärgli seinen zweiten Saisonsieg. Straßer fährt seit Saisonbeginn mit neuem Material - und seitdem auch seiner Form hinterher. Seine Bilanz in diesem Winter ist ernüchternd. Seit er im November in Gurgl beim ersten Sieg von Rassaat Platz acht belegt hatte, brachte er nach einem Ausfall nur die Plätze 17 und 14 zustande. In Adelboden wählte er im ersten Durchgang unpassendes Material und riskierte dann beim Versuch, sich von Platz 16 zu verbessern, im Finale zu viel.

Die deutschen Hoffnungsträger Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann müssen am Sonntag wetterbedingt eine unfreiwillige Rennpause einlegen. Wenige Stunden vor dem Start wurde der Super-G in Zauchensee wegen heftiger Schneefälle in der Nacht sowie starken Windes abgesagt, dies entschied die Jury des Internationalen Skiverbandes (FIS) zusammen mit dem lokalen Organisationskomitee. Unter diesen Bedingungen könnten die Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden, so die FIS. Ob und wann das Rennen nachgeholt wird, ließ der Verband zunächst offen. Damit bleibt die Abfahrt vom Samstag das einzige Rennen am Wochenende. Aicher war beim Sieg der US-Amerikanerin Lindsey Vonn Sechste geworden. Kira Weidle-Winkelmann (+0,77), die im Dezember bei der Abfahrt in Val d'Isere als Zweite auf das Podest gefahren war, belegte Rang zwölf.

 

Skispringen

 Ohne ihre Topathleten Felix Hoffmann und Philipp Raimund sind die deutschen Skispringer beim Weltcup im polnischen Zakopane weit hinterhergeflogen. Im olympischen "Super Team"-Wettbewerb kamen Karl Geiger und Pius Paschke vier Tage nach dem Ende der für sie unbefriedigenden Vierschanzentournee nicht über Platz sechs hinaus - schlechter als Platz vier war ein DSV-Duo zuvor nie in dieser Disziplin.

Pius Paschke hat im Einzelspringen für einen Lichtblick unter den deutschen Skispringern gesorgt. Dort wurde der Routinier im abschließenden Einzelwettbewerb guter Neunter. Den Tagessieg sicherte sich fünf Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee bei heftigem Schneefall der Slowene Anze Lanisek, Andreas Wellinger kam auf Platz 22. 

Slowenien feiert den nächsten Prevc-Coup, die deutschen Skispringerinnen setzen ihre Podestserie fort: Beim Weltcup-Heimsieg der überragenden Weltmeisterin Nika Prevc sprang die WM-Zweite Selina Freitag auf Rang drei und sorgte damit für den sechsten Wettkampf in Serie mit DSV-Podest - in den ersten neun Saisonspringen waren die deutschen Fliegerinnen ohne Top-3-Ergebnis geblieben.

Auch am nächsten Tag hat Katharina Schmid mit großer Nervenstärke in der Windlotterie von Ljubno die Podestserie der deutschen Skispringerinnen fortgesetzt. Beim nächsten Heimsieg der slowenischen Überfliegerin Nika Prevc machte die Rekordweltmeisterin bei stark wechselnden Bedingungen mit einem starken zweiten Durchgang noch einen Sprung auf Platz drei. 

Nordische Kombination

Kombinations-Altmeister Johannes Rydzek hat im Schneetreiben von Otepää seinen ersten Saisonsieg knapp verpasst. Der 34-Jährige musste sich in Estland in einem packenden Rennen knapp im Zielsprint des 10-km-Skilanglaufs dem Norweger Einar Luraas Oftebro geschlagen geben und wurde Zweiter. Die deutschen Frauen verpassten hingegen das Podest. Beste DSV-Starterin beim fünften Sieg der Norwegerin Ida Marie Hagen im sechsten Saisonrennen war Weltcup-Titelverteidigerin Nathalie Armbruster auf Platz sieben.

Zum Abschluss des Weltcups haben die deutschen Kombinierer mit einem Doppelpodium geglänzt. Die beiden Olympiasieger aus Oberstdorf mussten sich beim "Compact"-Wettkampf im bitterkalten Estland nur Weltcup-Spitzenreiter Johannes Lamparter (Österreich) geschlagen geben. "Zweimal Zweiter in Folge, das liegt mir hier. Ich liebe das - tiefer Winter, tolles Publikum", sagte Rydzek. Der 34-Jährige, schon am Samstag hinter dem Norweger Einar Luraas Oftebro Zweiter, lag nach einem Sprung und acht Kilometern in der Loipe 20,5 Sekunden hinter dem souveränen Sieger Lamparter, der seinen vierten Saisonerfolg feierte. Geiger lag knapp dahinter.

Kombiniererin Nathalie Armbruster hat in Otepää ein Wochenende zum Vergessen erlebt. Am Sonntag wurde die Weltcup-Titelverteidigerin nach Platz vier im Springen wegen eines irregulären Anzugs disqualifiziert. Bereits am Samstag hatte Armbruster nur Platz sieben belegt. Dabei hatten die Rennen in Estland für die 20-Jährige noch mit dem dritten Rang im Massenstart am Freitag stark begonnen. Ungefährdet

Bob

Johannes Lochner hat zum zweiten Mal in seiner Karriere den Europameistertitel im Zweierbob gewonnen - und seine Dominanz im Olympia-Winter mit dem nächsten Statement-Sieg unterstrichen. Der 35-Jährige ließ Dauerrivale und Titelverteidiger Francesco Friedrich etwas mehr als einen Monat vor den Olympischen Rennen in Cortina d'Ampezzo auch in dem im Race-In-Race-Modus ausgetragenen Weltcuprennen in St. Moritz nur Rang zwei und Silber. Lochner triumphierte im insgesamt elften Saisonrennen (Zweier und Vierer) bereits zum achten Mal, die übrigen drei gewann Friedrich.

Titelverteidigerin Laura Nolte hat bei der Europameisterschaft im Monobob Bronze gewonnen. Die Gesamtweltcupführende im kleinen Schlitten landete in dem im sogenannten Race-In-Race-Modus ausgetragenen Rennen am vorletzten Weltcupwochenende der Saison in St. Moritz als drittbeste Europäerin auf Rang sechs. Ihren dritten Saisonsieg im Mono sicherte sich die Australierin Bree Walker, der EM-Titel ging an die zweitplatzierte Schweizerin Melanie Hasler. Nolte, die am Ende 0,85 Sekunden hinter Siegerin Walker lag, profitierte nach einem schwachen ersten Lauf von einem Fehler ihrer Teamkollegin Lisa Buckwitz, die zunächst auf EM-Goldkurs liegend im zweiten Durchgang noch auf Platz sieben abrutschte.

Adam Ammour hat sich rund einen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele völlig überraschend seinen ersten Europameistertitel im Viererbob gesichert. Der 24-Jährige setzte sich bei dem im Race-In-Race-Modus auch als Europameisterschaft gewerteten Weltcup-Rennen in St. Moritz vor dem in dieser Saison bisher dominanten Johannes Lochner durch, während sich Rekordweltmeister Francesco Friedrich nach massiven Startproblemen im ersten Lauf nur auf Rang sechs rettete. Für Ammour war es der erste Weltcupsieg im Vierer, mit einem starken zweiten Lauf schob er sich mit seinem Bruder Issam Ammour, Joshua Tasche und Alexander Schaller noch an Lochner vorbei.

Olympiasiegerin Laura Nolte hat einen Tag nach dem Gewinn von EM-Bronze im Monobob die Silbermedaille im Zweier gewonnen - aber damit zum zweiten Mal in der laufenden Weltcup-Saison im größeren Schlitten den Sieg verpasst. Die Pilotin vom BSC Winterberg landete bei dem im Race-in-Race-Modus ausgetragenen Weltcuprennen in St. Moritz nur zwei Hundertstelsekunden hinter der neuen Doppel-Europameisterin Melanie Hasler aus der Schweiz auf Rang drei. Nur drei Hundertstelsekunden fehlten der bei den vergangenen drei Europameisterschaften siegreichen Nolte zudem auf Tagessiegerin Kaillie Humphries aus den USA.

Rodeln

Rodel-Weltmeisterin Julia Taubitz hat ihren Krankheitsproblemen zu Beginn des Olympiajahrs erneut getrotzt und im verschneiten Winterberg den nächsten Podestplatz eingefahren. In Abwesenheit von Vize-Weltmeisterin Merle Fräbel, die wiederum krankheitsbedingt passen musste, fuhr die 29-Jährige vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal hinter der Österreicherin Hannah Prock auf Platz zwei. Prock hatte auch bereits den Saisonauftakt in Winterberg für sich entschieden und ist nun Führende im Gesamtweltcup.

Die zweimaligen Rodel-Weltmeisterinnen Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal haben sich auf ihrer Paradestrecke in Winterberg ihren zweiten Weltcupsieg der Saison gesichert. Wie schon bei ihrem Triumph zum Saisonauftakt gewann das Duo auf der Heimbahn von Rosenthal vor den im Gesamtweltcup führenden Weltmeisterinnen Selina Egle und Lara Kipp - diesmal mit genau einer Zehntelsekunde Vorsprung. Bei den Männern rasten zudem die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt zu ihrem ersten Weltcupsieg der Saison. Die beiden Gesamtweltcupführenden schoben sich im zweiten Lauf noch an den Österreichern Thomas Steu und Wolfgang Kindl vorbei

Eisschnelllauf

Nach der EM-Bronzemedaille der Frauen haben die deutschen Eisschnellläufer im Teamsprint das Podium um einen Platz verpasst. Bei den von den Gastgebern aus Polen dominierten Finalläufen betrug der Rückstand auf die drittplatzierten Norweger 1,59 Sekunden. Das deutsche Trio Maximilian Strube, Moritz Klein und Stefan Emele kam als viertbestes Team von sechs Nationen nach 1:21,905 Minuten ins Ziel, das die Polen mit der Bestzeit von 1:20,229 erreichten.