Wintersport Wochenende

Wintersport Kompakt

Alles, was an diesem Wintersport-Wochenende passiert ist.

5 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 05. Januar 2026

Skispringen

Beim Bergiselspringen der Vierschanzentournee in Innsbruck belegte Felix Hoffmann als bester Deutscher den fünften Rang, auch in der Gesamtwertung ist der Thüringer als Fünfter bester DSV-Adler. Philipp Raimund folgte am Sonntag auf dem zwölften, Pius Paschke auf dem 28. Platz. Zuvor sprang Hoffmann in Garmisch-Partenkirchen auf Rang 6. 

 Auf dem Weg zu einer Vierschanzentournee der Frauen scheint eine weitere Hürde aus dem Weg geräumt. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) und Vertreter aus der Politik besiegelten am Sonntag während des Bergisel-Springens der Männer in Innsbruck einen Vertrag über den Bau einer Flutlichtanlage an der altehrwürdigen Olympiaschanze von 1976. Für das Projekt sind 4,8 Millionen Euro an Kosten veranschlagt. Die Tournee findet im kommenden Winter zum 75. Mal statt. Ohne Flutlicht wären Männer- und Frauen-Wettbewerbe an den beiden Tourneetagen in Innsbruck kaum zu bewältigen.

Skispringerin Selina Freitag ist auch am zweiten Tag der "Two Nights Tour" auf das Podest geflogen. Beim tränenreichen Abschied von Rekordweltmeisterin Katharina Schmid aus Oberstdorf überzeugte die Oberwiesenthalerin auf Rang drei. Ihren ersten Weltcupsieg holte die Kanadierin Abigail Strate, der Gesamtsieg der wohl letzten "halben Vierschanzentournee" ging erneut an Nika Prevc aus Slowenien.

Im Fokus stand aber Schmid, die nach dem Olympiawinter ihre Karriere beendet und ein letztes Mal in ihrer Heimat an den Start ging. "Es war emotional, aber ich habe es voll genossen", sagte die 29-Jährige nach Rang elf im ZDF: "Ich habe versucht, mich auf den Sprung zu konzentrieren. Das hat nicht ganz geklappt - es war immer im Hinterkopf, dass es der letzte Wettkampf daheim war."

Ski Alpin

Lena Dürr warf ein wenig enttäuscht den Kopf in den Nacken, dann musste sie erst mal tief durchatmen: Im ersten Rennen des neuen Jahres konnte auch die erfahrene Münchnerin eine Enttäuschung für die deutschen Skirennläuferinnen nicht verhindern. Beim Riesenslalom im slowenischen Kranjska Gora belegte Dürr Rang 18, ihre drei Teamkolleginnen Jana Fritz, Fabiana Dorigo und Emma Aicher waren bereits im ersten Lauf zu langsam gewesen, um sich für das Finale zu qualifizieren. 3,44 Sekunden fehlten Dürr am Ende auf die Zeit von Camilla Rast aus der Schweiz: 

Beim Slalom belegten Emma Aicher und Lena Dürr die Plätze acht und elf. Rund einen Monat vor dem Beginn der Olympischen Spiele ließen dabei beide eine Steigerung nach zuletzt eher durchwachsenen Ergebnissen erkennen. 

Langlauf

US-Langläuferin Jessie Diggins hat zum dritten Mal die Tour de Ski gewonnen. Der 34-Jährigen reichte zum Abschluss in Val di Fiemme bei der "Bergetappe" auf der Alpe Cermis ein zweiter Platz, um sich mit einem Riesen-Vorsprung den Gesamtsieg zu sichern. Stark lief zum Abschluss die deutsche U23-Weltmeisterin Helen Hoffmann, die Zehnte der Tageswertung wurde und im Gesamtklassement als beste DSV-Athletin auf Platz 13 kam.

Norwegens Langlaufstar Johannes Hösflot Kläbo hat zum fünften Mal die Tour de Ski gewonnen und sich damit bei der Jubiläums-Ausgabe des Etappenrennens den alleinigen Rekord geholt.

Bester Deutscher war Florian Notz auf Platz 18. Friedrich Moch, der dreimal auf der Cermis-Etappe auf das Podest gelaufen und vor zwei Jahren Gesamtzweiter der Tour geworden war, blieb erneut chancenlos und kam nur auf Rang 46 der Tageswertung. "Eigentlich fühle ich mich gut und habe hier immer gute Rennen gezeigt", sagte Moch im ZDF. 

Bei Kläbos Sprintsieg am Samstag hatte Jan Stölben für eine faustdicke deutsche Überraschung gesorgt und als erster DSV-Läufer seit neun Jahren ein Finale erreicht. Mit Platz sechs hakte Stölben die Olympia-Norm ab. Am Samstag hielt er tapfer durch und kam auf Platz 51 "oben an".

Bob

Johannes Lochner bleibt auch im neuen Jahr der dominierende Bob-Pilot des Olympiawinters. Der 35-Jährige setzte sich beim deutschen Dreifacherfolg in Winterberg im Zweier einmal mehr gegen seinen Dauerrivalen Francesco Friedrich durch und feierte im kleinen Schlitten seinen vierten Sieg im fünften Weltcup-Rennen.

Francesco Friedrich hat in seinem 100. Weltcup-Rennen im Viererbob einen dringend benötigten Sieg eingefahren. Der langjährige Dominator aus Pirna setzte sich am Sonntag in Winterberg gegen seinen Dauerrivalen Johannes Lochner durch und feierte in der Königsdiziplin seinen zweiten Saisonerfolg. Rund einen Monat vor den Olympischen Spielen ist es für Friedrich nach einer für seine Ansprüche bisher enttäuschenden Saison ein wichtiger Stimmungsaufheller.

Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte hat auf ihrer Heimbahn in Winterberg ein perfektes Wochenende zum Start ins Olympiajahr erlebt. Die 27 Jahre alte Weltcup-Dominatorin siegte am Sonntag nach einem herausragenden zweiten Lauf auch im Zweier und verwies Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen auf den zweiten Rang. Am Samstag hatte Nolte bei ihrem Heimspiel im Hochsauerland bereits im Monobob triumphiert. Mit ihrer Top-Anschieberin Deborah Levi, mit der Nolte in diesem Winter alle Rennen gewann, lag die Winterbergerin am Sonntag 0,16 Sekunden vor Buckwitz, die nach dem ersten Lauf noch geführt hatte. Kim Kalicki (Wiesbaden/+0,66) machte als Dritte einen deutschen Dreifachsieg perfekt.

Rodeln

Rodel-Rekordweltmeister Felix Loch hat seinen überraschenden Erfolgslauf fortgesetzt und seine Führung im Gesamtweltcup eindrucksvoll ausgebaut. Der 36-Jährige gewann zum Start in das Olympiajahr auch auf der kniffligen Bahn im lettischen Sigulda und untermauerte mit dem dritten Weltcupsieg im vierten Saisonrennen seinen Favoritenstatus für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar).

Loch setzte sich nach Bestzeiten in beiden Läufen vor dem Österreicher Jonas Müller (+0,081 Sekunden) und Weltmeister Max Langenhan (+0,099) durch. "In Sigulda zu gewinnen, da bin ich immer mega happy. Die Vorbereitung zahlt sich auf jeden Fall aus. So kann es weitergehen", sagte der langjährige Dominator Loch, der im Gesamtweltcup nun 16 Zähler vor Müller und 36 vor Langenhan liegt.

Bei den Frauen hatte die grippegeschwächte Julia Taubitz zuvor ihren zweiten Weltcupsieg in Folge verpasst und war Dritte geworden. Bei den Doppelsitzern hatten die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt ihren ersten Saisonsieg am Samstag als Zweite verpasst. Im Doppelsitzer der Frauen rasten Dajana Eitberger und Magdalena Matschina als Zweite auf das Podest.

Snowboard

Mit dem besten Weltcupergebnis seiner Karriere hat sich Snowboarder Christoph Lechner die Qualifikation für die Olympischen Spiele gesichert. Der 25 Jahre alte Sportsoldat vom Tegernsee belegte beim Halfpipe-Weltcup in Calgary den achten Rang und erfüllte damit in seinem ersten Wettkampf des neuen Jahres die Norm des DOSB.

Damit schickt Snowboard Germany ein vierköpfiges Team in die olympischen Halfpipe-Wettbewerbe. Neben Lechner erfüllten die Schwestern Kona (18) und Leilani Ettel (24) aus Pullach bei München sowie Anne Hedrich (19) aus Emmendingen die Norm. Leilani Ettel erreichte in Calgary als Sechste das zweitbeste Ergebnis ihrer Karriere.

"Bei allen ist eine gewisse Erleichterung da, dass die Olympia Qualifikation jetzt durch ist", sagte Disziplin-Coach Hansi Höpfl. Es sei "cool zu sehen", dass der Verband ein Quartett nach Livigno schicken könne. Wir sind ja eher klein im Vergleich zu anderen Nationen wie Japan oder den USA, und es ist stark, was sich bei uns getan hat in den letzten Jahren."