Alles, was an diesem Wintersport-Wochenende passiert ist.
SKISPRINGEN
Die deutschen Skispringer haben zum Abschluss der Skiflug-WM in Oberstdorf auch im Teamwettkampf eine Medaille verpasst. Philipp Raimund, Felix Hoffmann, Karl Geiger und Pius Paschke kamen nach einem Drama um Einzel-Weltmeister Domen Prevc mit 1406,8 Punkten nur auf Rang vier, Gold ging an Japan (1569,6). Erstmals seit 16 Jahren blieb Deutschland somit bei einer Flug-WM ohne Edelmetall.
Selina Freitag Vierte, Agnes Reisch Fünfte: Die deutschen Skispringerinnen haben im Schneetreiben von Sapporo das Podest knapp verpasst.
SKI ALPIN
Skirennläufer Linus Straßer ist rechtzeitig vor den Olympischen Spielen mit einem unverhofften dritten Rang ein Befreiungsschlag gelungen. Beim spektakulären Slalom auf dem Ganslern in Kitzbühel raste der 33 Jahre alte WM-Dritte zum ersten Mal seit März 2024 wieder auf das Podest bei einem Weltcup-Rennen. Bei der Siegerehrung lachte er – seine Erleichterung war nicht zu übersehen.
Nach ihrem nächsten Coup huschte Emma Aicher ein Lächeln über das Gesicht. Beim Slalom im tschechischen Spindlermühle raste die 22 Jahre alte Alleskönnerin auf den dritten Rang – und damit auch in dieser Disziplin mitten hinein in den Kreis der Anwärterinnen auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison stand Aicher in einem Slalom als Dritte auf dem Treppchen. Schneller als Aicher waren beim letzten Slalom vor Olympia nur die beiden besten Torläuferinnen des Winters: Mikaela Shiffrin (USA) deklassierte bei ihrem siebten Sieg im achten Rennen auch Weltmeisterin Camille Rast (Schweiz) – um 1,67 Sekunden.
BIATHLON
Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß hat im letzten Rennen vor den Olympischen Spielen den erneuten Sprung auf das Podest klar verpasst. Beim Sieg der Französin Julia Simon (1 Strafrunde) im Massenstart beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto belegte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach drei Strafrunden nur den 13. Rang (3/+1:26,7 Minuten). Am Freitag hatte sie es mit Platz drei im verkürzten Einzel erstmals in diesem Winter auf das Podium geschafft. „Es war schon eine zähe Partie“, sagte Preuß am ARD-Mikrofon – und freute sich auf eine kleine Pause vor den Winterspielen: „Erstmal ein, zwei Tage abschalten.“
Leonhard Pfund hat bei seinem Weltcup-Debüt knapp die erste Top-Ten-Platzierung seiner noch jungen Karriere verpasst. Einen Tag nach dem Disqualifikations-Drama im Single Mixed, als sein vermeintlicher Sieg mit Marlene Fichtner nachträglich aberkannt worden war, kämpfte der 22-Jährige im Massenstart lange um das Podest, erst nach zwei Fehlern beim letzten Schießen fiel er zurück. Am Ende belegte Pfund beim Sieg von Eric Perrot aus Frankreich (0 Strafrunden) Rang 15 (2/+1:11,4 Minuten).
Die deutsche Single-Mixed-Staffel mit Marlene Fichtner und Leonhard Pfund hat beim Biathlon-Weltcup aufgrund einer Disqualifikation ihren Überraschungssieg nachträglich verloren. Weil Fichtner nach ihrem zweiten Liegendschießen beim Verlassen der Matte ihren linken Arm nicht durch den Gewehrriemen bekam, wurde dem DSV-Duo aufgrund eines Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen der Erfolg aberkannt. Zuvor hatten sich Fichtner und Pfund mit nur vier Nachladern und starker Laufleistung durchgesetzt und damit vermeintlich den ersten deutschen Erfolg im Single Mixed seit dem 20. Januar 2024 gefeiert.
Die deutsche Mixed-Staffel hat einen Podestplatz beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto klar verpasst. Anna Weidel, Hanna Kebinger, Danilo Riethmüller und Roman Rees erreichten nach einer Strafrunde und 13 Nachladern nur den elften Platz (+1:59,2 Minuten). Den Tagessieg holten sich die Italiener mit dem Gesamtweltcupführenden Tommaso Giacomel (0 Strafrunden +10 Nachlader) vor Frankreich (0+7/+24,7 Sekunden) und Tschechien (0+7/+57,2).
SKILANGLAUF
Katharina Hennig Dotzler hat als Fünfte über 20 Kilometer eine ganz starke Olympia-Generalprobe der deutschen Skilangläuferinnen abgerundet. Die Teamsprint-Olympiasiegerin verpasste am Sonntag in Goms/Schweiz beim Sieg der Finnin Johanna Matintalo nur knapp das dritte DSV-Podest im dritten Wettkampf des Wochenendes. Der 29-Jährigen fehlten nach 56:03,4 Minuten nur 7,8 Sekunden zu ihrem ersten Podiumsplatz seit fast zwei Jahren.
Skilangläuferin Laura Gimmler hat auch im Sprint eine famose Generalprobe für die Olympischen Spiele hingelegt. Die 32-Jährige verbuchte in Goms/Schweiz als Zweite das beste Ergebnis ihrer Karriere, auf der Zielgeraden musste sie einzig der Schwedin Linn Svahn knapp den Vortritt lassen. Die Oberstdorferin hatte zuvor nur im Februar 2025 als Dritte in Cogne auf dem Podest gestanden. Gimmler hatte erst am Freitag an der Seite von Coletta Rydzek den Teamsprint gewonnen.
EISSCHNELLLAUF
Eisschnellläuferin Sophie Warmuth hat sich mit einem Podestplatz beim Weltcup-Finale in Inzell Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele in Mailand geholt. Die Erfurterin kam über 500 m auf Platz zwei, allerdings fehlten zwei Wochen vor Beginn der Spiele einige Läuferinnen aus der Weltspitze.
Der deutsche Eisschnelllauf-Hoffnungsträger Finn Sonnekalb hat bei der Olympia-Generalprobe in Inzell über die 1000 m eine Top-10-Platzierung verpasst. Der 18-Jährige lief in 1:08,12 Minuten auf den elften Rang und hatte im direkten Duell 1,29 Sekunden Rückstand auf Topstar Jordan Stolz aus den USA, der mit Bahnrekord gewann (1:06,83).
RODELN
Gemischte Gefühle und EM-Medaillen in Oberhof: Beim letzten Rodel-Weltcup vor dem Start der Winterspiele in Italien kassierte das Olympia-Duo Dajana Eitberger und Magdalena Matschina einen herben Rückschlag, Tobias Wendl und Tobias Arlt präsentierten sich dagegen in gewohnt starker Form. Die sechsmaligen Olympiasieger sicherten sich im Eiskanal von Oberhof souverän den dritten Weltcup-Sieg im Doppelsitzer in Folge. Jubel und einen Titel gab es im Anschluss auch bei der erstmals ausgetragenen EM im Mixed.
SKICROSS
Skicrosserin Daniela Maier hat zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele ihre Rolle als Anwärterin auf eine Medaille eindrucksvoll bestätigt. Beim zweiten Rennen im Schweizer Veysonnaz feierte die 29 Jahre alte Olympiadritte ihren fünften Weltcupsieg, zugleich ihren ersten in dieser Saison nach zuvor drei zweiten Plätzen. „Endlich“, sagte die überglückliche Schwarzwälderin nach der Zieldurchfahrt, „ich bin so stolz.“