EM

Ruderer Zeidler holt EM-Gold

Oliver Zeidler ist zum zweiten Mal in seiner Karriere Ruder-Europameister im Einer. Silber gab es für Osborne/Rommelmann und Bronze für den Frauen-Doppelvierer. Der Deutschland-Achter hat zum Auftakt in die Olympia-Saison hingegen einen bitteren Rückschlag kassiert.
Ruderer Zeidler holt EM-Gold
Der Mann mit der Maske und EM-Gold: Oliver Zeidler. Foto: picture-alliance
12. April 2021

Die erfolgsverwöhnten Ruderer des Deutschland-Achters sackten völlig enttäuscht in ihrem Boot zusammen, derweil feierte Einer-König Oliver Zeidler eingehüllt in eine deutsche Fahne das zweite EM-Gold seiner Karriere: Die beiden Paradeboote des Deutschen Ruderverbandes (DRV) starteten mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen in die Olympia-Saison.

Der Achter verpasste bei den Europameisterschaften in Varese/Italien nicht nur den neunten Titel in Folge, die Crew um Schlagmann Hannes Ocik kassierte auch einen bitteren Rückschlag auf dem Weg zum erhofften Gold in Tokio. Nach einem beherzten Start ins Rennen brachen die Erfolgsgaranten im Schlussspurt ein und mussten Olympiasieger Großbritannien, Rumänien und der Niederlande die Medaillen überlassen.

"Das ist ernüchternd", sagte Ocik nach dem herben Dämpfer für das deutsche Flaggschiff. Das Team könne sich aber nichts vorwerfen, "wir haben alle Mittel eingesetzt, die uns derzeit zur Verfügung stehen. Auf den letzten 500 m fehlte uns der letzte Punch und wir sind vom Kurs abgekommen. Das müssen wir sacken lassen und in Ruhe analysieren." 

Schon im Bahnverteilungsrennen am Freitag hatte der deutsche Achter, zuletzt dreimal nacheinander Weltmeister, nur den vierten Platz erreicht. Für Ocik und Co. war es die erste Pleite in Finalrennen bei Titelkämpfen seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Zeidler längst seine Goldmedaille um den Hals hängen. Der 24-Jährige ließ der Konkurrenz keine Chance und setzte sich mit einer halben Bootslänge Vorsprung gegen Vorjahressieger Sverri Nielsen (Dänemark) und den Polen Natan Wegrzycki-Szymczyk durch.

"Das Finale lief gut für mich. Aber ich bin noch nicht ganz zufrieden mit meiner Leistung und muss weiter arbeiten", sagte er mit Blick auf die Olympischen Spiele (23. Juli bis 8. August): "Das Finale in Tokio könnte genauso laufen, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns." 

Im Sommer will Zeidler, der erst 2016 vom Schwimmen zum Rudern gewechselt war und bereits drei Jahre später Welt- und Europameister wurde, seinen steilen Aufstieg krönen. Nachdem der Senkrechtstarter bei der EM in Posen im Vorjahr nur Platz vier erreicht hatte, meldete er sich nun eindrucksvoll zurück.

Jason Osborne und Jonathan Rommelmann (Mainz/Krefeld) gewannen erneut Silber. Das Duo, das 2019 noch EM-Gold geholt hatte, landete im Leichtgewichts-Doppelzweier im Finale hinter Weltmeister Irland und sicherte dem DRV in den olympischen Klassen die erste Medaille des Tages. Der Frauen-Doppelvierer mit Franziska Kampmann, Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze (RV Waltrop/ RG Germania e.V. Kiel/DRC Hannover/RC Potsdam) holte zudem Bronze.

Die Athleten des DRV waren in Varese in zwölf der 14 olympischen Klassen am Start, sechs Boote standen im Finale. Durch die Pleite des Achters fiel auch die deutsche Bilanz schlechter als im vergangenen Jahr aus. In Posen hatten die deutschen Ruderer einmal Gold und dreimal Silber gewonnen.

Quelle: sid