WM

Schwimm-WM starten in Ungarn

Ab Samstag den 18. Juni finden in vier Städten in Ungarn die Schwimm Weltmeisterschaften statt. Im Beckenschwimmen, Freiwasser, Wasserball, Wasserspringen und Synchronschwimmen messen sich die besten der Welt.

Autor: DOSB
4 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 17. Juni 2022

Beckenschwimmen:
An der Spitze des deutschen WM-Teams steht dabei Florian Wellbrock, der 2019 in Gwangju (KOR) bereits die Titel über 1500m Freistil und 10km im Freiwasser gewinnen konnte. Seine Frau Sarah Wellbrock verzichtet dagegen in diesem Jahr auf Starts bei den internationalen Saisonhöhepunkten, obwohl die Olympiadritte über 1500m Freistil wie alle anderen Olympiafinalist*innen von Tokio dafür gesetzt gewesen wäre.
Seine Frau Sarah Wellbrock verzichtet dagegen in diesem Jahr auf Starts bei den internationalen Saisonhöhepunkten, obwohl die Olympiadritte über 1500m Freistil wie alle anderen Olympiafinalist*innen von Tokio dafür gesetzt gewesen wäre. „Bei mir steht in diesem Jahr die Vollendung meines Jura-Studiums mit dem Staatsexamen im Fokus“, erklärte die Hessin. „Nach Abschluss der schriftlichen Prüfungen im August möchte ich mich dann aber wieder voll auf den Sport fokussieren – das klare Ziel ist Paris 2024.“
Trotz dieses Verzichts einer zuverlässigen Medaillenkandidatin herrscht Optimismus. „Unser WM-Team ist zahlenmäßig zwar etwas kleiner als in vorherigen Jahren, aber trotzdem nicht weniger schlagkräftig“, sagte DSV-Leistungssportdirektor Christian Hansmann. „Wir haben uns im Qualifikationszeitraum über fünf deutsche Rekorde und auch Jahresweltbestzeiten freuen können. Jetzt soll es für Anna Elendt, Lukas Märtens und Rafael Miroslaw darum gehen, den nächsten Schritt zu gehen und diese herausragenden Vorleistungen auf der großen internationalen Bühne zu bestätigen.“
Neben den Männer-Staffeln über 4x200m Freistil und 4x100m Lagen wird auch eine Mixed-Staffel über 4x100m Lagen gemeldet, für die die im Vorjahr von einer Coronavirusinfektion während der Olympiaqualifikation gebremste Angelina Köhler ins Team für Budapest rückt. „Unser Ziel ist, diese neue olympische Staffeldisziplin so zu fördern, dass bis zu den Spielen in Paris eine weitere Finalteilnahme entsteht“, erklärte Hansmann.

Freiwasserschwimmen:
An der Spitze des Aufgebots steht dabei Olympiasieger Florian Wellbrock (SC Magdeburg), der nach den Beckenwettbewerben über 800m und 1500m Freistil im Lupa-See auch noch über 5km und 10km antreten wird. In diesen beiden WM-Disziplinen vertreten außerdem die Olympiafünfte Leonie Beck (SV Würzburg 05) und Niklas Frach (SV Gelnhausen) die deutschen Farben.
25km-Europameisterin Lea Boy (SV Würzburg 05) startet in Ungarn über 10km und 25km, nach ihrem Verzicht auf das 5km-Rennen wird stattdessen Jeannette Spiwoks (SG Essen) dort eingesetzt. Spiwoks hatte sich bei den internen Qualifikationsrennen in Banyoles (ESP) nur knapp geschlagen geben müssen, am vergangenen Samstag beim Weltcup-Auftakt in Setúbal (POR) als beste Deutsche über die olympische 10km-Distanz Rang drei. Über die längste WM-Distanz von 25km kommt neben Lea Boy auch Elea Linka (SG Storman Barsbüttel) zum Einsatz, die bei der EM 2021 an gleicher Stelle Platz sechs erkämpft hatte. Bei den Männern sind Ben Langner (SC Magdeburg) und Andreas Waschburger (SG Saar Max Ritter) für den Schwimm-Marathon vorgesehen, nachdem sie die geforderten Normzeiten in entsprechenden Beckenrennen jeweils im Alleingang unterboten haben. Zusätzlich für die Teamstaffel über 4x1,5 Kilometer ist zudem Oliver Klemet (SG Frankfurt) in Ungarn dabei.

Wasserball:
Bei den Weltmeisterschaften in Ungarn trifft das Team von Bundestrainer Petar Porobic bereits in der Vorrunde auf durchweg anspruchsvolle Gegner: In Debrecen ganz im Osten des Landes geht es gegen Japan (21. Juni), die Kroaten, die seit 2007 jedes Mal eine WM-Medaille gewonnen haben (23. Juni) sowie gegen den Olympiazweiten Griechenland (25. Juni).
Die deutschen Wasserballer nutzen die WM als Standortbestimmung. Die verjüngte Mannschaft will sich im Duell mit den Top-Nationen weiterentwickeln. „Die Weltmeisterschaften sind in erster Linie dazu da, um nach dem Umbruch zu schauen, wo wir aktuell stehen“, erklärt Kapitän Moritz Schenkel.

Wasserspringen:
Manch einer mag sich nach dem Rücktritt der langjährigen Leistungsträger Patrick Hausding und Martin Wolfram in der vergangenen Woche schon Sorgen um die Zukunft des deutschen Wasserspringens gemacht haben. Mit starken Leistungen bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften haben die DSV-Asse diese Zweifel allerdings direkt zerstreut. Die Titelkämpfe in Berlin hatten hohes Niveau, so dass Chef-Bundestrainer Lutz Buschkow optimistisch nach vorn blickt. „Unser System funktioniert, ich sehe für Wasserspringen also auch zukünftig großes Potenzial. Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir weiterhin um die Medaillen mitspringen. In Europa gehören wir zu den führenden Nationen.“
Entsprechend groß fällt das Sprungteam für die Weltmeisterschaften vom in Budapest aus. Insgesamt zwölf Aktive stehen im deutschen Aufgebot, das von den drei letztjährigen Olympiamedaillengewinner*innen Tina Punzel (Dresdner SC 1898), Lena Hentschel und Lars Rüdiger (beide Berliner TSC) angeführt wird. Für Punzel wird es bereits die sechste WM – sie startet in Ungarn in gleich vier Disziplinen.

Synchronschwimmen:
Bei der virtuell ausgetragenen FINA Artistic Swimming World Series landete das DSV-Duett mit Marlene Bojer und Michelle Zimmer in der Technischen Kür kürzlich auf Rang vier, obwohl beide Synchronschwimmerinnen noch kurz zuvor mit den Auswirkungen einer Coronavirus-Infektion zu kämpfen hatten. Bei den Weltmeisterschaften in Budapest (HUN) wollen die beiden in Bestform dann erneut angreifen. Für die 29-Jährige Bojer aus München ist es nach 2009, 2015, 2017 und 2019 bereits die fünfte WM-Teilnahme. Die Berlinerin Michelle Zimmer erlebt ihre zweiten Weltmeisterschaften, sie war 2017 ebenfalls in Budapest schon einmal mit dabei. „Wir freuen uns auf die WM, weil wir beide sehr gute Erinnerungen an Budapest haben mit der WM 2017 und der EM im vergangenen Jahr“, sagen Bojer und Zimmer. Bei den Europameisterschaften 2021 hatten sie mit Platz zehn in der Technischen Kür und Platz elf in der Freien Kür jeweils das beste DSV-Ergebnis in der EM-Geschichte dieser Disziplinen erreicht.

(Text: Deutscher Schwimm-Verband)