Geschichtsstunde

Die Olympia-Premiere von Anna Seidel 2014 in Sotschi

In unserer Geschichtsstunde blicken wir wöchentlich auf einen historischen Moment der deutschen Olympia-Geschichte. Heute: Die Olympia-Premiere von Shorttrack-Skaterin Anna Seidel 2014 in Sotschi.

Autor: DOSB
2 Minuten Lesezeit veröffentlicht am 09. November 2017

Vor wenigen Tagen haben wir ihr Bild im Rahmen unserer „Merk dir mein Gesicht“-Kampagne gepostet: Shorttrackerin Anna Seidel, die aktuell beim Weltcup in Shanghai auf dem Eis steht. Mit ihren aktuell 19 Jahren scheint sie für viele Sportfans noch „neu“ auf dem internationalen Paket bzw. in der Weltspitze zu sein. Doch die Athletin des Eislauf-Vereins Dresden hat sich längst einen Namen gemacht, denn bereits mit 15 Jahren qualifizierte sie sich für den Shorttrack-Weltcup. Mehr noch: Bereits 2016 startete sie bei den Olympischen Spielen im russischen Sotschi. Für uns Grund genug, noch einmal auf ihre Olympia-Premiere zu blicken.

Aber der Reihe nach. Ihre ersten Wettkämpfe bestritt Seidel nämlich bereits im Jahr 2007. Als dann in den folgenden Jahren die ersten Titel und sehr gute Platzierungen folgten, nahm sie 2013 an der Junioren-WM in Warschau teil. Am Ende belegte sie dort den 40. Platz, mit dem sie sich für den Shorttrack-Weltcup qualifizieren konnte. Im September 2013 startete sie dort erstmals. Als sie dann im russischen Kolomna sogar das A-Finale der besten sechs Läuferinnen erreichte, war dies gleichbedeutet mit der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Sotschi - übrigens als einzige deutsche Starterin.

Dass Anna Seidel dort genau richtig ist, untermauerte das zweitjüngste Mitglied des deutschen Teams eindrucksvoll, als sie das Halbfinale erreichte und dort dann auch noch den nationalen Rekord von Christin Priebst über 1500 Meter verbesserte. Am Ende wurde sie 17. Ein großartiger Start also für eine Olympia-Premiere.

Doch das war nicht das einzige Mal, dass Anna Seidel in Kontakt mit den Olympischen Ringen gekommen ist. Denn auch bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer 2016 ging sie an den Start. Dort durfte sie bei der Eröffnungsfeier die Fahne der deutschen Mannschaft tragen und die 43 jungen Teamkolleginnen und -kollegen in die Lysgardsbakkene Ski Jumping Arena führen. Aber damit längst nicht genug, denn Anna Seidel verließ Norwegen nicht ohne eine Medaille: Über 1000 Meter gewann sie Bronze. Damit konnte die Dresdnerin eindrucksvoll belegen, dass auch abseits der im öffentlichen Fokus stehenden Wintersportarten eine Menge Talent und Ehrgeiz unterwegs ist. Davon werden wir sicher in Zukunft noch einiges sehen.

Kein Zweifel also: Anna Seidel, das ist nicht nur ein Gesicht, sondern auf jeden Fall auch ein Name, den man sich merken sollte.