Geschichtsstunde

Die Erfolgsgeschichte von Michael Greis 2006 in Turin

In unserer Geschichtsstunde blicken wir wöchentlich auf einen historischen Moment der deutschen Olympia-Geschichte. Heute: Der Gold-Erfolg von Biathlet Michael Greis 2006 in Turin.
Die Erfolgsgeschichte von Michael Greis 2006 in Turin
04. Januar 2018

Die Siegerin bei unserer Wahl zu Deutschlands Wintersport-Moment heißt Magdalena Neuner, die sich im finalen Voting gegen den Schanzen-Thriller der Skispringer von 2002 durchgesetzt hat. Für uns also Grund genug, noch einmal genau auf ihren Weg bis ins Finale zu blicken. Im Viertelfinale setzte sie sich gegen Biathlet Michael Greis durch, der 2006 in nur wenigen Tagen zum Star wurde, als er gleich drei Goldmedaillen gewann.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 wurden zehn Wettbewerbe im Biathlon ausgetragen. Mit seinen elf Medaillen in der Nationenwertung war das deutsche Team hier ganz vorne. Bei den Männern lagen sogar gleich zwei deutsche Athleten auf den ersten beiden Plätzen: Michael Greis und Sven Fischer. Aber der Reihe nach.

Am 11. Februar 2006 stand zunächst das Einzel der Herren über 20 Kilometer auf dem Programm. Mit nur einem Schießfehler beim ersten Stehendschießen und der drittschnellsten Laufzeit sicherte sich Michael Greis dabei in 54:23,0 Minuten die erste Goldmedaille dieser Spiele. Zweiter wurde der Norweger Ole Einar Björndalen, der mit rund 16 Sekunden Rückstand und einem Schießfehler mehr ins Ziel kam. Auf Rang drei kam mit Halvard Hanevold (55:31,9 Min.) ein weiterer Norweger.

Das nächste Mal ganz oben auf dem Podium stand Michael Greis zehn Tage später, als er über 4 x 7,5 Kilometer gemeinsam mit Ricco Groß, Michael Rösch und Sven Fischer die schnellste Zeit markierte. In 1:21:51,5 Minuten siegte man vor Russland (1:22:12,4 Min.) und Frankreich (1:22:35,1 Min.). Und das, obwohl die Russen und die Franzosen im Gegensatz zur deutschen Staffel nicht in die Strafrunde mussten. Mit ihren acht Fehlschüssen leistete sich das deutsche Quartett zwei Fehlschüsse mehr als die direkte Konkurrenz. Damit war Michael „Michi“ Greis erst der achte Biathlet, dem es gelang, sowohl im Einzel als auch mit der Staffel Gold bei Olympischen Winterspielen zu gewinnen. 

Doch damit ist Erfolgsgeschichte von Greis bei diesen Spielen noch nicht am Ende. Auch im erstmals bei Olympia ausgetragenen Massenstart-Rennen zeigte er eine beeindruckende Leistung. Mit nur einem Schießfehler sicherte er sich nach 47:20,0 Minuten seine dritte Goldmedaille bei diesen Spielen vor dem Polen Thomasz Sikora (47:26,3 Min. / 1 Fehler) und Ole Einar Björndalen (47:42,3 Min. / 3 Schießfehler). Mit dieser Leistung ging Greis in die Geschichtsbücher ein, denn noch nie konnte ein deutscher Olympiateilnehmer im Verlauf ein und derselben Winterspiele gleich dreimal Gold gewinnen. 2006 in Turin war übrigens nur der Shorttrack-Läufer Ahn-Hyun-soo (Südkorea) noch erfolgreicher. Dieser gewann außer seinen drei Goldmedaillen darüber hinaus auch noch einmal Bronze. 

Abgerundet wurde die herausragende Mannschaftsleistung der deutschen Biathleten durch die weiteren Siege durch Sven Fischer, der sich im Sprint über 10 Kilometer durchsetzte und Kathi Wilhelm, die bei der Verfolgung der Damen die Nase vorne hatte. Dazu kamen zweite Plätze von Martina Glagow (Einzel 15 km und Verfolgung Damen 10 km), Kati Wilhelm im Massenstart und der Frauenstaffel, die sich nur Russland geschlagen geben musste. Für Bronze sorgten zudem Sven Fischer (Verfolgung 12,5 km) und Uschi Disl (Massenstart 12,5 km). 

Mit fünfmal Gold, viermal Silber und zwei Bronzemedaille dominierte man so den Medaillenspiegel im Biathlon deutlich. Nun hoffen wir auf ähnlich herausragende Leistungen und Platzierungen bei den kommenden Winterspielen in #PyeongChang2018. Wir drücken auf jeden Fall ganz feste die Daumen.