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Deutsche Snowboarderinnen zeigen Extra-Klasse bei der WM in Rogla

Dreimal Edelmetall für das deutsche Team bei der Snowboard-WM im slowenischen Rogla! Nachdem Selina Jörg im Parallel-Riesenslalom ihren Titel verteidigen kann, liefert sie ebenso wie Ramona Hofmeister auch im Parallel-Slalom ab und es reicht zu Silber und Bronze.
Deutsche Snowboarderinnen zeigen Extra-Klasse bei der WM in Rogla
Selina Jörg jubelt über Gold im Parallel-Riesenslalom. Foto: picture-alliance
02. März 2021

Selina Jörg verteidigt im Parallel-Riesenslalom ihren WM-Titel erfolgreich. 

Mit Tränen in den Augen und der Goldmedaille um den Hals lauschte Selina Jörg andächtig der deutschen Nationalhymne. In Abwesenheit von Königin Esther Ledecka hatte sich die 33 Jahre alte Raceboarderin kurz zuvor in einem packenden WM-Finale im slowenischen Rogla erneut die Krone im Parallel-Riesenslalom aufgesetzt. "Doppel-Weltmeisterin? Verrückt. Ich checke noch gar nichts. Das ist Wahnsinn", sagte Jörg nach der Siegerehrung "so glücklich" - aber immer noch ein bisschen ungläubig.

Hauchdünne 0,12 Sekunden betrug der Vorsprung der Olympiadritten nach einem bärenstarken Finish auf die 17 Jahre alte Russin Sofia Nadyrschina. Nach der Zieldurchfahrt riss die Snowboarderin aus Sonthofen die Arme jubelnd in die Höhe und ließ sich erst einmal rücklings in den Schnee fallen - wie bei den Titelkämpfen 2019 hatte sie die Gunst der Stunde eindrucksvoll genutzt.

"Die Leistung von Selina Jörg ist der Wahnsinn", betonte ein strahlender Sportdirektor Andreas Scheid. "Mega", ergänzte Cheftrainer Paul Marks schlicht. Entsprechend groß waren die Gefühle bei der Medaillen-Zeremonie. "Das war total emotional", so Jörg, "da fiel der Druck ab und ich konnte die Tränen nicht zurückhalten".

Nur 24 Stunden später hieß es: Silber für Ramona Hofmeister, Bronze für Selina Jörg - Die deutschen Raceboarderinnen haben bei der WM auch im Parallel-Slalom geliefert.

Ramona Hofmeister hob entschuldigend die Arme, als ihr Traum von Gold auf den letzten Metern platzte. Doch als sie kurz darauf ihrer Teamkollegin Selina Jörg um den Hals fiel, war von Ärger über den entgangenen WM-Titel nichts mehr zu spüren: Silber für Hofmeister, Bronze für Jörg - die deutschen Raceboarderinnen haben bei den Titelkämpfen im slowenischen Rogla auch im Parallel-Slalom geliefert.

"Das ist einfach nur gestört", sagte Hofmeister und lachte, "es fallen mir so viele Steine vom Herzen." Das überraschende Viertelfinal-Aus im Parallel-Riesenslalom rund 24 Stunden zuvor, als sie als Favoritin angetreten war, habe sie "wirklich mitgenommen. Heute die Medaille mitzunehmen, dazu noch mit der Selina zusammen - glücklicher könnte ich gar nicht sein!" Das war bei der Siegerehrung zu spüren, als Hofmeister mit der Medaille um den Hals einen spitzen Jubelschrei ausstieß.

Einen Tag nach dem Gold-Coup durch Jörg im Parallel-Riesenslalom kratzte auch Hofmeister am Titel. Doch im Finale war die erst 17-jährige Russin Sofia Nadyrschina, am Montag Zweite hinter Jörg, zu stark für die Polizistin. Dennoch sorgte Hofmeister (Bischofswiesen), 2018 Olympia- und 2019 WM-Dritte, für ein Novum: WM-Silber im Parallel-Slalom hatte noch keine deutsche Raceboarderin geholt.

Jörg (Sonthofen) komplettierte das deutsche Snowboard-Glück mit dem Sieg im "kleinen Finale" über Megan Farrell aus Kanada. "Überragend. Ich habe dafür keine Worte", sagte die 33-Jährige: "Ich war ziemlich müde, weil gestern einiges auf mich eingeprasselt ist. Ich hätte heute niemals damit gerechnet, einfach nur brutal."

Entsprechend zufrieden fiel auch das WM-Fazit der Verantwortlichen aus. "Wir gehen immer auf den ersten Platz, aber Zweite und Dritte, das ist einfach mega", sagte Cheftrainer Paul Marks. Sportdirektor Andi Scheid meinte nach der erreichten Zielvorgabe: "Drei Medaillen - wir ziehen ein absolut positives Resümee und schauen den Olympischen Spielen im nächsten Jahr positiv entgegen." In Peking wird aber nur im Riesenslalom um Medaillen gefahren, der Slalom ist nicht mehr olympisch.

Quelle: sid