Geschichtsstunde

Das erste Olympische Biathlon-Gold der Frauen

In unserer Geschichtsstunde blicken wir wöchentlich auf einen historischen Moment der deutschen Olympia-Geschichte. Heute: Der Gold-Erfolg von Biathletin Antje Misersky bei den Olympischen Spielen 1992 in Albertville.
Das erste Olympische Biathlon-Gold der Frauen
22. Dezember 2016

Die deutschen Biathletinnen präsentieren sich aktuell in starker Verfassung; Laura Dahlmeier dabei allen voran. Für uns also Grund genug, mal auf die erste deutsche Olympische Goldmedaille im Biathlon der Frauen zu blicken. Die holte Antje Misersky im Sprint 1992 in Albertville.

Erstmals fanden bei den Spielen 1992 in Albertville auch im Biathlon Wettkämpfe für Frauen statt. Im Sprint über 7,5 km, im Einzel über 15 km und mit der Staffel über damals noch 3x7,5 km konnten nun also auch die Frauen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Auf die erste deutsche Frauenmedaille musste nicht lange gewartet werden. Gleich im ersten rennen, dem Sprint, überzeugte Antje Misersky als Zweitplatzierte trotz zwei Schießfehlern in einer Zeit von 24:45,1 Minuten hinter Anfissa Reszowa, die für das „Vereinte Team“, also die gemeinsame Mannschaft der Länder der GUS-Staaten und Georgien startete.

Bereits drei Tage später konnte sich das deutsche Team über eine weitere Medaille freuen. Wieder war es Silber. Denn die Staffel um Uschi Disl, Antje Misersky und Petra Schaaf lief mit einem Schießfehler in 1:16,18,4 Stunden hinter Frankreich und vor dem Vereinten Team auf die zweite Position.

Im abschließenden Wettbewerb über 15 km war es dann an der Zeit für die erste deutsche Goldmedaille der Biathlon-Frauen bei den Olympischen Spielen. Mit einer herausragenden Laufleistung von 51:47,2 Minuten und nur einem Schießfehler gewann Antje Misersky Olympisches Gold vor Swetlana Petschorskaja (Vereintes Team), die nach knapp zehn Sekunden folgte.

Für Antje Misersky, die seit ihrer Heirat 1993 Harvey heißt, war dies ein besonderer Triumph. Denn die gebürtige Magdeburgerin, beendete ihre Ski-Karriere bereits vor den Olympischen Spielen. Ihr Vater, der Skilanglauftrainer der DDR, weigerte sich, seiner Tochter die staatlich verordneten Dopingsubstanzen zu verabreichen. Doch mit dem Mauerfall konnte die Karriere von neuem beginnen. Eine Entscheidung, so golden wie ihre Medaille. 

1995 zog sich Antje Harvey dann endgültig aus dem Leistungssport zurück und wurde oftmals für ihre mutige und vorbildliche Entscheidung gewürdigt.