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Beachvolleyball-EM: Noch viel Arbeit vor den Olympischen Spielen in Tokio

Julius Thole und Clemens Wickler scheitern im Viertelfinale. Die deutschen Beachvolleyballer sind bei den Europameisterschaften in Moskau wie im Vorjahr in beiden Einzel-Konkurrenzen ohne Medaille geblieben. Das Duo musste sich in einer WM-Revanche den Titelverteidigern Anders Mol/Christian Sorum aus Norwegen im Viertelfinale 0:2 (17:21, 15:21) geschlagen geben. Auch Olympiasiegerin Laura Ludwig kommt mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch noch nicht in Schwung.
Beachvolleyball-EM: Noch viel Arbeit vor den Olympischen Spielen in Tokio
13. August 2019

Laura Ludwig ist guter Dinge. Das enttäuschende Achtelfinal-Aus mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch bei der Europameisterschaft hat die 33-Jährige abgehakt. Nun heißt es neu fokussieren, trainieren, an Details feilen, um Schritt für Schritt das nächste Level zu erreichen. Ludwig braucht Geduld, das fällt ihr nicht immer leicht. "Wir hatten als Team schon auch den einen oder anderen Frustmoment", sagte die Wahl-Hamburgerin, die 2016 an der Seite von Kira Walkenhorst im Sand von Rio de Janeiro ihren größten Triumph landete. Nun befindet sie sich mitten in einem zähen Rennen um das Ticket für Tokio 2020, das Mittwoch beginnende Vier-Sterne-Turnier in Moskau ist ihre nächste Aufgabe. 

Der Druck wird größer. Auf Ludwig und Kozuch. Auf den Deutschen Volleyball-Verband (DVV). Wie im Vorjahr reichte es bei der EM nicht zu einer Medaille für ein Männer- oder Frauenteam aus Deutschland. "Am Ende ist es das Ergebnis, das im Moment unser realistisches Leistungsbild aufzeigt", sagte Sportdirektor Niclas Hildebrand.

Schon nach der Heim-WM in Hamburg hatte Hildebrand Klartext geredet. Einzig die Vizeweltmeister Julius Thole und Clemens Wickler, die in Moskau am norwegischen Spitzenteam Anders Mol/Christian Sorum im Viertelfinale scheiterten, hatten in der Spitze mitmischen können. Mol/Sorum, die auch das Major-Turnier in Wien Anfang August gewannen, verteidigen letztendlich ihren Titel aus dem Jahr 2017. Bei der Heim-WM in Hamburg hatten Thole/Wickler den Skandinaviern im Halbfinale noch eine der wenigen Saisonniederlagen beigebracht. In Russland waren die WM-Dritten am Ende aber deutlich zu stark und gewannen souverän. Deutschlands aktuell beste Beachvolleyballer beendeten das Turnier auf Rang fünf.

Was die Resultate angeht, wollen auch Ludwig/Kozuch den nächsten Schritt machen. Ludwig, schon vier Mal Europameisterin, ärgerte sich vor allem darüber, dass nach den deutlich verbesserten Auftritten in Wien nun erneut die Konstanz fehlte. "Grundsätzlich ist es noch eine Achterbahnfahrt", sagte auch der Manager des Duos, Andreas Scheuerpflug: "Es ist aber wichtig zu sehen, dass es wie in Wien auch mal Konstanz über ein Turnier gibt." 

In den guten Momenten sieht Scheuerpflug seine Schützlinge, die erst seit diesem Jahr zusammenspielen, "in der Spitzengruppe". Doch das kommt in der laufenden Saison zu selten vor, um schon erwartungsfroh gen Tokio zu blicken. An der Copacabana mit Ludwig/Walkenhorst sowie vier Jahre zuvor in London durch Julius Brink/Jonas Reckermann verwöhnten deutsche Teams die Fans. Derzeit deutet noch nicht allzu darauf hin, dass der Shiokaze Park von Tokio zur Partyzone der deutschen Beachvolleyballer wird.

Die anderen Teams laufen aktuell der Musik hinterher. Mit mehr oder minder großem Abstand. Die deutschen Frauen hatten sich spätestens im Viertelfinale verabschiedet. Dort waren Sandra Ittlinger/Chantal Laboureur (München/Friedrichshafen) an den späteren Europameisterinnen Tina Graudina/Anastasija Kravcenoka (Lettland) gescheitert. Im Achtelfinale war für Olympiasiegerin Laura Ludwig Schluss. Die viermalige Europameisterin verlor mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch gegen Joy Stubbe und Marleen van Iersel aus den Niederlanden.

Zuvor waren bereits Kim Behrens/Cinja Tillmann (Münster) im Achtelfinale und das Top-Team Karla Borger/Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) eine Runde zuvor gescheitert. Sportdirektor Niclas Hildebrand zog daher enttäuscht Bilanz: "Wir wollten um eine Medaille mitspielen, das haben wir nicht geschafft. Am Ende ist es das Ergebnis, das im Moment unser realistisches Leistungsbild aufzeigt."

 

Autor: DOSB/SID/DVV