Tokio 2020

Rommelmann/Osborne holen Silber im leichten Doppelzweier

Jonathan Rommelmann und Jason Osborne haben bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber im Leichtgewichts-Doppelzweier gewonnen.
Rommelmann/Osborne holen Silber im leichten Doppelzweier
29. Juli 2021

Jonathan Rommelmann und Jason Osborne haben bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber im Leichtgewichts-Doppelzweier gewonnen. Das Duo landete im Finale hinter dem Boot aus Irland und bescherte dem Deutschen Ruderverband (DRV) die erste Medaille bei den Sommerspielen. Bronze ging an Italien.

"Ich kann das noch nicht so ganz fassen. Wir wussten, dass wir gut in Form sind. Wir haben den Iren heute einiges geboten, sie hatten ganz schön mit uns zu kämpfen. Wir sind super zufrieden und können uns nichts vorwerfen", sagte Rommelmann am ARD-Mikrofon. Osborne ergänzte: "Wir haben alles gegeben."

Bis 500 m vor dem Ziel lagen Rommelmann/Osborne mit den favorisierten Iren noch gleichauf, zuvor hatten sie das Feld sogar angeführt. Auf den finalen Metern hatten die neuen Olympiasieger Fintan McCarthy/Paul O'Donovan die größeren Kräfte.

Rommelmann/Osborne sitzen seit 2019 gemeinsam im Boot und holten im selben Jahr bereits EM-Gold und WM-Bronze. In den beiden folgenden Jahren gewann das Duo aus Krefeld und Mainz zudem zweimal Silber bei Europameisterschaften.

Osborne (27) will nach den Spielen in Tokio eine Karriere als Radprofi beginnen. Bei der Zeitfahr-DM 2018 belegte er Rang acht, ein Jahr später wurde er Sechster mit 1:28 Minuten Rückstand auf Tony Martin, viermaliger Weltmeister im Einzelzeitfahren.

 

Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler (Ingolstadt) hat völlig überraschend das Finale bei den Olympischen Spielen verpasst. Der Einer-Dominator kam im Halbfinale am Donnerstag nur auf den vierten Platz und muss seinen Traum von einer olympischen Medaille in Tokio begraben.

Der 25 Jahre alte Ausnahmeathlet hatte in seinem Halbfinale lange auf dem zweiten Platz gelegen, ehe er auf den letzten 500 m noch auf Rang vier zurückfiel. Nur die besten drei Ruderer der zwei Läufe qualifizierten sich für das Medaillenrennen am Freitag.

"Für ihn bricht ein Traum ein, deswegen ist die Enttäuschung natürlich sehr groß", sagte Vater und Trainer Heino Zeidler. "Er ist natürlich niedergeschlagen, aber er hat sich voll ausgelastet und alles gezeigt, was er momentan zu leisten imstande ist. Jetzt ist er platt, er ist wirklich kaputt."

Oliver Zeidler selbst äußerte sich zunächst nicht. Laut seinem Vater nahmen auch die windigen Bedingungen einen Einfluss auf das Ausscheiden seines Sohnes, der erst 2016 zum Rudern gewechselt war. "Dieser extreme Wind war heute der größte Gegner, deswegen hat es nicht gereicht", sagte Heino Zeidler. 

Den Vorlauf sowie das Viertelfinale hatte Zeidler in den Tagen zuvor noch souverän gewonnen. Nach der Zieldurchfahrt in der Vorschlussrunde lag der deutsche Medaillenkandidat minutenlang auf dem Bootssteg und bekam kalte Handtücher gereicht.

Vor dem Rennen hatte sich Zeidler noch angriffslustig geäußert. "Bei den wechselnden Bedingungen möchte ich schon auf die beste Bahn gesetzt werden. Deshalb versuche ich, hier jedes Rennen zu gewinnen", hatte er gesagt.

Am Freitag (2.15 Uhr/MESZ) bleibt ihm nun nur der Start im B-Finale. Seine größten Konkurrenten, der Däne Sverri Nielsen und Kjetil Borch aus Norwegen, schafften souverän den Einzug in den Endlauf.

Der Ex-Schwimmer Zeidler galt neben dem Deutschland-Achter als größte Goldhoffnung des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Neben WM-Gold sicherte er sich in seiner kurzen Ruder-Laufbahn bereits zwei EM-Titel. In dieser Saison eilte Zeidler bei den Weltcups von Sieg zu Sieg.

 

Quelle: DOSB/SID