Winter

Nordische Kombination

Deutscher Skiverband
www.deutscherskiverband.de

Die Nordische Kombination galt lange als die Königsdisziplin des Wintersports, der Spagat zwischen den beiden Teildisziplinen Skispringen und Skilanglauf erfordert einen gewaltigen Trainingsaufwand. Heute droht dieser Sportart allerdings das Aus bei Olympischen Spielen. Weil für 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo erneut keine Wettbewerbe für Frauen zugelassen werden, droht auch den Männern der K.o. durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Die Sportart wird damit die vom IOC geforderte Gender-Gleichheit nicht erreichen.

Es ist die einzige Sportart im olympischen Programm ohne Frauen. Zwar werden bereits seit 2020 Weltcuprennen ausgetragen, auch gehören die Frauen seit 2021 im kleinen Rahmen zum WM-Programm. Doch es nehmen nur Athletinnen aus zehn Nationen - ausschließlich aus Europa - teil, damit können die Anforderungen des IOC nicht erfüllt werden.

Die Nordische Kombination wird bei den Männern nur von wenigen Nationen beherrscht: Norwegen, Deutschland, Österreich, Finnland sowie Japan. Gerade die Norweger haben dem Sport von Beginn an ihren Stempel aufgedrückt. Doch auch Deutschland ist es gelungen hier Maßstäbe zu setzen. Ein Auslöser war das erste deutsche Olympiagold 1960 durch Georg Thoma. Als bislang einziger Kombinierer schaffte Ulrich Wehling aus Halle an der Saale zwischen 1972 und 1980 das Kunststück, dreimal in Folge Olympiasieger zu werden.

Noch erfolgreicher aber war Eric Frenzel. Der Oberwiesenthaler krönte sich ebenfalls dreimal zum Olympiasieger, fügte seiner langen Erfolgsliste auch sieben WM-Titel hinzu. Mit insgesamt 18 WM-Medaillen ist Frenzel der erfolgreichste nordische Wintersportler überhaupt.

Ende der Saison 2022/23 beendete Eric Frenzel seine beispiellose Karriere – und wurde Bundestrainer. Damit trat er die Nachfolge des „ewigen“ Hermann Weinbuch an. Der dreimalige Weltmeister führte seine Kombinierer zu zahlreichen Erfolgen und gewann mit seinen Schützlingen in seiner 27-jährigen Amtszeit 57 internationale Medaillen.

In der Nordischen Kombination wird in der Regel zunächst gesprungen. Die Differenzen bei den Weiten wird in Zeitrückstände umgerechnet, die die Läufer dann mit in die Loipe nehmen. Der nach dem Springen Führende geht zuerst in den Skilanglauf, der Rest folgt entsprechend seines Rückstandes. Wer als Erster ins Ziel kommt, hat den Wettbewerb gewonnen.

Um mehr Spannung zu erzielen, feierte das so genannte Compact Race in der Weltcupsaison 2023/24 seine Premiere. Die Zeitrückstände vor dem 7,5-km-Skilanglauf sind dabei bereits festgelegt. Der Erste des Springens geht sechs Sekunden vor dem Zweitplatzierten in die Loipe, nach 90 Sekunden sind alle Athleten auf der Strecke. Damit rückt das Feld enger zusammen, gute Springer können sich mehr einen großen Vorsprung herausholen.

Deutsche Medaillen

Jahr Gold Silber Bronze Total
Total 12 7 9 28
Georg Thoma
Einzel (Nordische Kombination)
Georg Thoma
Einzel (Nordische Kombination)
Franz Keller
Einzel (Nordische Kombination)
Andreas Kunz
Einzel (Nordische Kombination)
Ulrich Wehling
Einzel (Nordische Kombination)
Karl-Heinz Luck
Einzel (Nordische Kombination)
Ulrich Wehling
Einzel (Nordische Kombination)
Urban Hettich
Einzel (Nordische Kombination)
Konrad Winkler
Einzel (Nordische Kombination)
Ulrich Wehling
Einzel (Nordische Kombination)
Konrad Winkler
Einzel (Nordische Kombination)
Thomas Müller
Hans-Peter Pohl
Hubert Schwarz
Staffel
Ronny Ackermann
Sprint (Nordische Kombination)
Ronny Ackermann
Georg Hettich
Marcel Höhlig
Staffel
Georg Hettich
Einzel (Nordische Kombination)
Ronny Ackermann
Georg Hettich
Jens Gaiser
Staffel
Georg Hettich
Sprint (Nordische Kombination)
Staffel
Einzel Normalschanze
Staffel
Einzel Großschanze
Einzel Normalschanze
Einzel Großschanze
Staffel
Einzel Großschanze
Einzel Großschanze
Einzel Normalschanze
Staffel