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Team-EM der Leichtathleten: DLV-Mannschaft holt nach starkem Endspurt Silber

Das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat mit einer starken Aufholjagd bei den Team-Europameisterschaften in Bydgoszcz (Polen) in der Mannschaftswertung mit 317,50 Punkten den zweiten Platz erobert. Nach den ersten beiden Tagen war die DLV-Mannschaft noch auf dem fünften Rang gelegen. Mit insgesamt sechs Einzel-Siegen gelang noch der Sprung aufs Podest. Den Titel holten die Gastgeber aus Polen.

 

Christina Schwanitz holt als Team-Kapitänin die volle Punktzahl: Dreimal eine ähnliche Weite erzielte die deutsche Athletin (LV 90 Erzgebirge) in den ersten drei Runden im Kugelstoßen: 18,89 Meter, 18,79 Meter und schließlich 18,93 Meter. Jede dieser Weiten hätte zum Sieg gereicht. So strich die DLV-Team-Kapitänin die wichtigen zwölf Punkte für die Mannschaft ein. Weit zurück lag die Konkurrenz, erst im vierten Durchgang kam die Schwedin Fanny Roos mit 18,54 Metern noch auf und wurde Zweite vor der Britin Sophie McKinna (17,94 m). Lediglich Platz vier ging an Polens Europameisterin Paulina Guba.

"Schön, dass es geklappt hat. Technisch bin ich noch nicht so weit, wie ich gerne wäre, aber bis zur WM in Doha haben wir ja noch sieben Wochen Zeit", sagte Christina Schwanitz. "Mir gefällt das Format: Einer für alle. Alle für einen. Vor vier Jahren waren wir vor dem Schlusstag auch zurückgelegen, es ist eben spannend bis zum Schluss."

Mihambo (LG Kurpfalz), die eine Woche zuvor bei der DM in Berlin mit 7,16 m auf Platz drei der "ewigen" deutschen Bestenliste geklettert war, sorgte für einen der drei deutschen Siege am Sonntag. Ihre Siegesweite von 7,11 m war allerdings einen Hauch zu stark vom Wind unterstützt (+2,2 m/s), doch auch mit ihren beiden weiteren gültigen Versuchen von 6,88 m und 6,86 m hätte die 25-Jährige gesiegt. "Es ist toll, mit so einem großen Vorsprung zu gewinnen", sagte Mihambo, die vor der Britin Abigail Irozuru (6,75) triumphierte: "Für mich ist die Team-EM etwas Besonderes, sonst treten wir immer für uns selbst an, hier für das Team.

Hanna Klein (Schorndorf) siegte über 5000 m souverän in 15:39,00 Minuten. Zu Beginn der letzten Runde löste sich die Deutsche Meisterin von 2018 über diese Strecke von ihren Konkurrentinnen und zog mit einem langen Endspurt unaufhaltsam als Erste dem Ziel entgegen. Nach 15:39,00 Minuten war der erste deutsche Sieg des Tages perfekt. Rund fünf Sekunden später folgte erst die Spanierin Maitane Melero.

"Ich wusste, dass die letzten 300 Meter meine Stärke sind, wenn das Tempo nicht zu hoch ist und ich habe gemerkt, dass meine Beine darauf gewartet haben, mal wieder so eine 1.500 Meter-Pace auszupacken", erzählte Hanna Klein. "Ich wusste vorher nicht, was die Mädels machen und wollte so lange wie möglich mitschwimmen und so wenig Kraft wie möglich verpulvern."Am Samstag hatte Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Trier) über 3000 m Hindernis den einzigen deutschen Sieg geholt, zum Auftakt am Freitag waren Speerwerfer Julian Weber (Mainz) und Diskuswerferin Claudine Vita (Neubrandenburg) Erste geworden.

Die Chance auf ein besseres Ergebnis hatte die deutsche Auswahl am Samstag durch einige Aussetzer und Ausfälle vergeben. Unter anderem scheiterte Stabhochspringerin Lisa Ryzih (Zweibrücken) an ihrer Anfangshöhe, Dreispringerin Kristin Gierisch (Chemnitz) musste verletzt nach einem Versuch aufgeben. Weiter auf Formsuche befindet sich anderthalb Monate vor der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) Hochsprung-Europameister Mateusz Przybylko (Leverkusen), der mit 2,22 m am Samstag Vierter wurde.

Wie schon am Vortag machten die Staffeln den Abschluss. Das deutsche 4x400 Meter-Quartett der Frauen mit Luna Bulmahn (VfL Eintracht Hannover), Nelly Schmidt (LT DSHS Köln), Nadine Gonska (MTG Mannheim) und Karolina Pahlitzsch (SV Preußen Berlin) erlief sich in 3:31,18 Minuten den fünften Platz. Unter Jubelstürmen kam Polens Schlussläuferin Justyna Swiety-Ersetic als Erste mit dem Staffelstab und in europäischer Jahresbestleistung (3:24,81 min) ins Ziel.


Bei den Männern erreichten Tobias Lange (TSV Bayer 04 Leverkusen), Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz), Johannes Trefz (TSV Gräfelfing) und Manuel Sanders (LG Olympia Dortmund) als Letzte nach 3:16,59 Minuten abgeschlagen das Ziel, da Trefz während des Rennens gesundheitliche Probleme bekam. Vorneweg stürmte Italien mit europäischer Jahresbestzeit (3:02,04 min) knapp vor Frankreich (3:02,08 min) und Polen (3:02,56 min) ins Ziel. 


Aufgrund der Tatsache, dass Großbritannien keine männliche 4x400 Meter-Staffel an den Start schickte, holte das DLV-Quartett als Elfter sogar zwei Punkte. So konnte die deutsche Mannschaft mit 317,50 Punkten den mit einem starken Endspurt erkämpften zweiten Platz in der Gesamtwertung gerade noch halten – mit einem Punkt Vorsprung vor Frankreich (316,50 Pkt) und eineinhalb Punkten vor Italien (316 Pkt).

Der Titel des Team-Europameisters ging mit 345 Punkten letztlich deutlich an die Gastgeber. Für die siegreichen Polen war es der erste Titelgewinn. Bislang hatten nur Deutschland (dreimal) und die weiterhin suspendierten Russen (viermal) die erstmals 2009 ausgetragenen Meisterschaften gewonnen.

Autor: DOSB / SID / DLV

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