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Sechs Medaillen für Schwimmer, Boxer und Fechter

Bei den als Junioren-Europameisterschaften ausgetragenen Schwimmwettbewerben von Baku sammelten die deutschen Athletinnen und Athleten auch am vierten Wettkampftag weiter munter Medaillen. Den Anfang machte Leonie Kullmann (SG Neukölln Berlin) mit Bronze über 200 Meter Freistil, nachdem sie am Dienstag bereits Zweite über 400 Meter geworden war. In den Qualifikationen am Vortag klagte die 17-Jährige noch über schwere Beine, also gönnte sie sich einen halben Tag Pause. „Dann habe ich mich im Wasser gut gefühlt und bei der letzten Wende gesehen, dass Platz drei drin ist. Da gingen die letzten 50 Meter wie von allein“, sagte sie.

Henning Mühlleitner (17) vom SV Schwäbisch Gmünd kämpfte sich in einem packende 800-Meter-Freistil-Rennen auf den Bronze-Rang. Fünf Schwimmer innerhalb von wenigen Zehntelsekunden am Anschlag, das hatte der 17-Jährige auch noch nicht erlebt: „Auf den ersten Bahnen habe ich gedacht, das wird nichts heute. Bei 400 Metern ging es dann aber erstaunlich gut, und dann habe ich mich am Zweiten festgebissen.“ Der Vergleich zur im Vorjahr erlebten Junioren-EM fällt pro Baku aus – mit einer Einschränkung: „Das hier ist schon richtig krass, alles noch ein paar Nummern größer und eine super Erfahrung. Gerade deshalb ist so schade, dass es diesen Vorbehalt mit der Menschenrechtssituation gibt, ich hoffe, dass sich das bessert.“

Blitzschnell war Rückenschwimmer Marek Ulrich (SV Halle/Saale) unterwegs. In 25,44 Sekunden schraubte sich der lange Anhaltiner 50 Meter weit durch das Becken, ließ nur den Russen Filipp Schopin passieren und fischte Silber.

Den Abschluss bildete die Mixed-Staffel über 4x100 Meter Lagen mit Maxine Wolters (16/SG Bille Hamburg/Rücken), Leo Schmidt (17/Köpenicker SV Neptun Berlin 1889/Brust), Johannes Tesch (18/SV Halle/Saale/Delphin) und Katrin Gottwald (16/SG Mittelfranken/Freistil), die hinter Russland und Großbritannien ebenfalls Bronze erschwamm.

„Das ist hier ein echt guter Wettkampf für uns Schwimmer bisher“, so die Vier unisono. „Manches soll ja schon an Olympia heranreichen, sagen unsere Trainer, diese anderen Sportler, Nationen, wie das alles organsiert ist oder solche Kontrollen, die gibt es bei unseren Jugend-EMs nicht. Mixed macht Spaß, du weißt erst im Rennen, ob du gegen einen Jungen oder gegen ein Mädchen schwimmst, die Trainer pokern mit der Aufstellung, und auch für die Zuschauer muss das ziemlich spannend sein.“

Bronze für die Säbelfechter

Der vierte Wettkampftag der Fechter brachte dem deutschen Team endlich die ersehnte Medaille. „Das ist ein guter Abschluss dieses Tages, den wir uns wirklich anders vorgestellt hatten“, sagte Sven Ressel, der Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes. Auch die Säbelfechter, die Russland im Kampf um Bronze 45:44 schlugen, hatten eigentlich mehr vorgehabt. Doch als sie schließlich die Medaille fest in Händen hielten, feierten sie ausgelassen.

Da war die 44:45-Niederlage gegen Rumänien im Halbfinale zwar nicht vergessen, aber das sollte den ebenso knappen Erfolg im kleinen Finale nicht mehr schmälern. „Das wollten wir uns nicht mehr nehmen lassen“, sagte Mannschafts-Europameister Richard Hübers (TSV Bayer Dormagen), der jeweils das letzte Gefecht bestritte hatte. „Das wir nicht im Finale waren, war schon enttäuschend. Aber jetzt freuen wir uns riesig.“ Das Gemeinschaftserlebnis bekräftigte Teamkollege Max Kindler (TSG Eislingen) so: „Das ist einfach eine geile Mannschaft.“ Die weiteren Mannschaftsmitglieder waren Robin Schrödter (TSV Bayer Dormagen) und Björn Hübner (FC Tauberbischofsheim).

Auch dieser Tag hatte mit einer herben Enttäuschung begonnen. Die Florettdamen Caroline Golubytskyi, Anna Sauer, Eva Hampel (alle FC Tauberbischofsheim) und Franziska Schmitz (OFC Bonn) schafften es im Viertelfinale gegen Polen nicht, einen Zehn-Treffer-Vorsprung ins Ziel zu retten und verloren 43:45. Der folgende 45:29-Erfolg über Ungarn bescherte Rang fünf. Zu wenig, befand Sportdirektor Ressel. Das sei in Baku „eine Riesenchance auf eine Medaille“ gewesen, sagte er. „Die haben sie viel zu leicht aus der Hand gegeben.“

Boxer beenden Turnier mit fünfmal Bronze

Fünf Bronzemedaillen nehmen die deutschen Boxer von den Europaspielen in Baku mit nach Hause. Als letzte von fünf Halbfinalisten unterlag Tasheena Bugar (Karlsruher SC/bis 60 kg) am Freitag in ihrem Vorschlussrundenkampf und wurde trotzdem mit Bronze belohnt, das sie die Medaille schon durch den Einzug in die Runde der letzten Vier sicher hatte. „Ich freue mich über meinen ‚kleinen‘ Erfolg, der für mich ein großer ist. Und vielleicht ist der steinige Weg der bessere, um ganz oben anzukommen“, sagte die 27-Jährige nach ihrer 0:3-Niederlage gegen die Französin Estelle Mossely. Die Europaspiele seien für sie eine riesige Erfahrung gewesen, erklärte Leichtgewichtlerin Bugar: „Ich habe so etwas noch nie erlebt, das Dorf, die deutschen Fahnen an unserem Quartier, dieser Wow-Effekt. Das bleibt in Erinnerung.“

Gute Nachrichten gab es am Freitag für den drittplatzierten Hamza Touba (bis 52 kg). Der Fliegengewichtler, der am Vortag sein Halbfinale verloren hatte, qualfizierte sich für die WM in Katar (5. bis 18. Oktober), da sein aserbaidschanischer Vorschlussrunden-Gegner das Turnier gewann und Touba damit die WM-Fahrkarte erhielt. Denn nur die beiden Finalisten und der dem späteren Sieger unterlegene Semifinalist von Baku sind dabei. Bronzemedaillengewinner Kastriot Sopa (Leichtwelter bis 64 kg/VfL Neckargartach) hatte hingegen Pech: Sein italienischer Halbfinalgegner unterlag im Finale.

Ein positives Fazit zog Harry Kappell, der verantwortliche deutsche Trainer. Er sagte nach Ende des Boxturnier für die deutschen Faustkämpfer: „Fünfmal Bronze bei dieser Premiere ist ein Erfolg, auch wenn wir in einigen Halbfinals unglücklich unterlegen sind.“ In Baku sei eine junge 15-köpfige Staffel an den Start gegangen (zehn Männer, fünf Frauen). Das Durchschnittsalter lag bei 22 Jahren. „Die Athletinnen und Athleten haben Perspektive“, meinte Kappell. „Bei den Männern haben sieben von zehn noch nie vorher auf einem derartigen Niveau geboxt. Mit Blick auf Rio und Tokio ist das hier die Truppe von morgen.“ Und das sei noch nicht alles, versprach Kappell: „Unsere Boxer, die parallel in der AIBA-Tour boxen, kommen für Rio noch hinzu.“

Nur BMX-Fahrer Luis Brethauer kommt weiter

Als einziger von drei deutschen BMX-Fahrern qualifizierte sich Luis Brethauer (TSV Betzingen) für die entscheidenden Rennen um die Medaillen am Sonntag. Er belegte im BMX Moto nach drei Läufen Rang vier seiner Gruppe und ist im Halbfinale in zwei Tagen dabei. Dagegen schied Julian Schmidt (RC 50 Erlangen) als Fünfter seiner Gruppe aus. Bei den Frauen stürzte Nadja Pries (RC 50 Erlangen) im zweiten Lauf, blieb aber unverletzt und hatte so keine Chance mehr auf den Finaleinzug. Hier waren nach dem Time Trial Super Final direkt die Halbfinals ausgefahren worden, da deutlich weniger Athletinnen als Athleten am Start sind.

(Quelle: DOSB)

Die Juniorenschwimmer als Medaillensammler: Die Mixed-Staffel freut sich über Bronze.

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