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Judo-WM in Tokio: Generalprobe für Olympia nutzen

Das Mutterland des Judosports ist in diesem Jahr Ausrichter der Judo-Weltmeisterschaft. Vom 25. August - 01. September messen sich die besten Judoka der Welt im altehrwürdigen Nippon Budōkan. 18 Kämpfer, 15 Wettbewerbe und ein großes Ziel: Die deutschen Judoka wollen bei der WM in Tokio eine gelungene Generalprobe für die Sommerspiele 2020 feiern.

"Wir brauchen Rückenwind für Olympia", sagte Peter Frese, Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB). "Die Konkurrenz ist groß, ich wäre mit zwei Medaillen zufrieden." Wenn die deutschen Athleten ab Sonntag im Mutterland des Judosports auf die Tatami steigen, wird ein Erfolgslauf benötigt, um die Heimreise mit Edelmetall im Gepäck antreten zu können. "Du brauchst ein Quäntchen Glück, weil du acht oder neun Kämpfe gewinnen musst", sagte Frese mit Blick auf die großen Teilnahmefelder. Olympia sei in dieser Hinsicht "viel leichter" als eine Weltmeisterschaft.

Gute Chancen darf sich 2017er-Weltmeister Alexander Wieczerzak (28) ausrechnen. Der gebürtige Frankfurter holte sich im vergangenen Jahr in der Gewichtsklasse bis 81 kg Bronze - im entscheidenden Kampf gegen den deutschen Meister Dominic Ressel. Der 25 Jahre alte "resselhoff", wie sich der Vize-Europameister von 2017 auf Instagram nennt, kann sich ebenfalls Hoffnungen machen.

"Das sind zwei heiße Eisen, da versprechen wir uns was", sagte Frese. Aber: In dieser Gewichtsklasse könnten "18 Leute Weltmeister werden", die Leistungsdichte an der Weltspitze ist enorm. Ein Umstand stimmte Frese zuversichtlich: "In Japan haben wir immer gut ausgesehen." In der Tat, Udo Quellmalz krönte sich 1995 in Chiba zum Weltmeister, Florian Wanner tat es ihm 2003 in Osaka gleich.  

Im Nippon Budokan in der japanischen Hauptstadt, wo 1964 erstmals um olympische Judo-Medaillen gekämpft wurde, geht es allerdings auch um wichtige Punkte für Tokio 2020. Da sich in jeder Gewichtsklasse nur ein Athlet pro Land qualifizieren kann, erwartet Frese zwischen Wieczerzak und Ressel die "Qual der Wahl". Im Olympia-Ranking hat Ressel als derzeit Vierter die Nase im Vergleich zu Wieczerzak (22.) ganz klar vorn.

Bei den Frauen rechnet Frese mit der ehemaligen EM-Zweiten Theresa Stoll (bis 57 kg), auch die Ex-Europameisterin Martyna Trajdos (bis 63 kg) zählt im mehr als 14.000 Zuschauer fassenden Sporttempel zu den Podiumsanwärterinnen.

Für Deutschland steht in Tokio außerdem eine Erfolgsserie auf dem Spiel: In der Geschichte gemeinsamer Titelkämpfe für Männer und Frauen gab es seit 1987 keine WM ohne deutsche Einzelmedaille. Die Vorzeichen für eine gelungene Olympia-Generalprobe fast genau ein Jahr vor den Sommerspielen könnten deutlich schlechter sein. 

Das deutsche Aufgebot für die Judo-WM in Tokio:

Männer: Moritz Plafky (Hennef/bis 60 kg), Sebastian Seidl (Abensberg/66 kg), Anthony Zingg (Leverkusen), Igor Wandtke (Hannover/beide 73 kg), Dominic Ressel (Kronshagen), Alexander Wieczerzak (Wiesbaden/beide 81 kg), Eduard Trippel (Rüsselsheim/90 kg), Karl-Richard Frey (Leverkusen/bis 100 kg), Johannes Frey (Düsseldorf/über 100 kg)

Frauen: Katharina Menz (Backnang/bis 48 kg), Theresa Stoll (Großhadern), Pauline Starke (Hannover/beide 57 kg), Martyna Trajdos (Eimsbüttel/63 kg), Giovanna Scoccimarro (Vorsfelde), Alina Böhm (Heubach/beide 70 kg), Luise Malzahn (Halle/Saale), Anna Maria Wagner (Ravensburg/beide bis 78 kg), Jasmin Külbs (Zweibrücken/über 78 kg).

Der DOSB wünscht der gesamten Mannschaft viel Erfolg in Tokio!

Autor: DOSB/SID

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