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Fecht-WM in Budapest: Deutsche Athleten bleiben ohne Medaille

Wie schon im vergangen Jahr beendet der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) die WM ohne Edelmetall. Mit Ausnahme der Säbelfechter um den EM-Dritten Max Hartung und der Florett-Herren gab es beim wichtigsten Qualifikationsturnier für die Olympischen Spielen in Tokio viel Ernüchterung.

Die deutschen Fechter müssen sich auf einen steinigen Weg nach Olympia einstellen. Die letzte Medaillenchance vergaben am Dienstag die deutschen Florettfechter. Die WM-Nullnummer der deutschen Fechter konnten Benjamin Kleibrink, Peter Joppich und Co. zwar nicht verhindern - doch die Florett-Herren dürfen immerhin weiter auf Olympia hoffen. Am Abschlusstag der Titelkämpfe in Budapest verlor das Quartett im Viertelfinale 24:45 gegen Europameister Frankreich und vergab damit die letzte Chance auf eine deutsche Medaille. 

Die Weltspitze ist in vielen Waffen weiterhin noch ein ganzes Stück entfernt, den Fechtern droht erneut ein kleines Olympiateam. 2016 in Rio Jahren startete gar keine Mannschaft und nur vier deutsche Athleten in den Einzeln, erstmals seit 1980 gab es damals keine Medaille. Für Olympia planen können allerdings die Säbelfechter um den EM-Dritten Max Hartung. Platz vier bedeutete zwar ebenfalls keine Medaille, doch der Halbfinaleinzug war mit Blick auf Tokio genauso wichtig wie Edelmetall. "Vielleicht müssen wir uns das aufheben für nächstes Jahr. Da gibt es dann besondere Medaillen zu holen", sagte Hartung. 

Für ein halbwegs versöhnliches Ende in Budapest sorgten am letzten Tag die Florettfechter. Peking-Olympiasieger Kleibrink (Düsseldorf), der viermalige Einzel-Weltmeister Joppich (Koblenz), Andre Sanita (Bonn) und Luis Klein (Tauberbischofsheim) erreichten nach dem Überraschungssilber bei der Heim-EM auch bei der WM das Ziel Top Acht. Die Hoffnung auf die Olympiateilnahme lebt auch durch das frühe WM-Aus des Konkurrenten Polens, der nur Platz 13 belegte.

Weitere Topplatzierungen blieben in Budapest aber fast durchgehend aus. Im Einzel stand Hartung als einziger unter den Top Acht, dazu kamen vier Achtelfinalteilnahmen durch die EM-Dritte Alexandra Ndolo (Degen/Leverkusen), Kleibrink sowie die Florettfechterinnen Leonie Ebert und Anne Sauer (beide Werbach).

Und auch in den Teamwettbewerben - aufgrund des komplizierten Qualimodus von enormer Bedeutung für Tokio - wurde es nur bedingt besser. Säbel- und Florettfechter erfüllten ihre Ziele, doch vor allem für die Degen- und Florettfechterinnen gab es mit Platz zwölf und neun Enttäuschungen.

Das große Problem: Es fehlt unter anderem die konkurrenzfähige Breite, die Anreize, Fechter oder Fecht-Trainer zu werden, sind gering. Viele Hoffnungen ruhen auf der erst 19-jährigen Ebert, die ehemalige Kadetten-Weltmeisterin hat ihr großes Talent bereits bewiesen. Vielleicht hilft aber auch ein Blick über den Tellerrand hinaus. Das "Fecht-Mutterland" Frankreich blieb bei Olympia 2012 in London wie Deutschland vier Jahre später ohne Medaille. Danach folgte ein radikaler Schritt: Ein erneuertes Trainerteam und eine neue Sportlergeneration mussten Verantwortung übernehmen. Dazu trainieren inzwischen Frauen und Männern in fast allen Waffen durchgängig zusammen in Paris. Das Ergebnis: In Rio gab es dreimal Edelmetall, in Budapest insgesamt fünf Medaillen. 

Im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 fasst Präsidentin Claudia Bokel zusammen: „Anders als bei den Europameisterschaften, vor vier Wochen in Düsseldorf, konnten sich unsere Favoriten bei der WM in Budapest nicht bis zum Treppchen durchsetzen. Was für uns hier jedoch im Fokus stand, sind die aktuellen Positionierungen im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio: Mit den Ergebnissen im Herrensäbel, Herrenflorett und Damenflorett befinden wir uns auf diesem Weg. Betrachtet man die aktuelle Qualifikationsrangliste in den anderen drei Waffen, bestehen noch Chancen sich für Tokio zu qualifizieren, jedoch werden wir hier parallel mit dem Aufbau für Paris 2024 und Los Angeles 2028 anfangen. Seite 2 von 2 Für Tokio besteht außerdem die Aussicht, dass sich unsere Fechterinnen und Fechter, bei verpasster Teamqualifikation, einen Einzelstartplatz erkämpfen.“

 

Autor: DOSB/SID/DFB

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