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EM der Wasserspringer: Punzel und Hausding glänzen mit jeweils vier Medaillen

Die deutschen Wasserspringer überzeugen kurz nach dem Saisonhöhepunkt WM auch bei der EM. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio schnitt das deutsche Team in Kiew mit zwei Titeln und insgesamt acht Medaillen so gut ab wie schon seit der Heim-EM 2014 in Berlin nicht mehr. Patrick Hausding gewann Gold im Team und im Einzel vom Einer, insgesamt verbuchte der 15-malige Europameister in der Ukraine vier Medaillen. Viermal Edelmetall gewann auch Tina Punzel.

Kurz nach den Weltmeisterschaften in Südkorea demonstrierte die Auswahl von Bundestrainer Lutz Buschkow insgesamt ihre Zugehörigkeit zur europäischen Spitze. Mehr Medaillen gewann nur Russland. "Unsere Mannschaft hat bei den Europameisterschaften hier in Kiew so kurz nach den Weltmeisterschaften mit sehr guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht", sagte Buschkow. "Wir haben in der ein oder anderen Disziplin nachgewiesen, dass wir zu den Besten in Europa und auch in der Welt zählen."

Dabei ist Deutschlands "Mr. Wasserspringen" Patrick Hausding schier unersättlich: Der Rekordeuropameister aus Berlin stand bei den kontinentalen Titelkämpfen in Kiew bei allen vier Starts auf dem Podium und baute seine beeindruckende EM-Bilanz auf 33 Medaillen aus. Seit seinem Debüt 2008 in Eindhoven hat der 30-Jährige bei jeder EM mindestens eine Medaille gewonnen.

In Ukraines Hauptstadt holte Hausding neben Gold im Team und vom 1-m-Brett noch jeweils Silber vom 3-m-Brett und am Samstag auch im Synchron-Wettbewerb vom 3-m-Brett an der Seite des Berliners Lars Rüdiger. "Wir etablieren uns langsam mit Stabilität in den Wettkämpfen, haben in dieser Saison wirklich viele Wettkämpfe mit guten Punktzahlen gemacht. Das ist sehr positiv im Hinblick auf Tokio. Dass wir mit viel Reserven hier fast an unsere Bestpunktzahl springen, ist sehr gut", sagte Hausding über den Auftritt des recht neu formierten Duos.

Für den Weltcup im April in Tokio, wenn sich Hausding/Rüdiger das Olympia-Ticket in dieser Disziplin sichern wollen, streben die beiden Berliner einen höheren Schwierigkeitsgrad in ihrem Programm an. Rüdiger hat an der Seite von Hausding den Platz des schon lange verletzten Stephan Feck eingenommen.

Tokio 2020 - darauf legt Hausding nach der EM den Fokus. Seinen Startplatz hat der zweimalige olympische Medaillengewinner bereits sicher. Den hatte er sich im Juli bei der WM in Südkorea gesichert, wie bei den Frauen Tina Punzel (Dresden/beide 3-m-Brett). Weitere Tokio-Tickets kamen für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in Kiew nicht hinzu. Die gingen in den olympischen Einzel-Disziplinen nur an die Europameister.

Für die achte und letzte deutsche Medaille sorgte am Schlusstag Tina Punzel mit ihrer Partnerin Lena Hentschel als Zweite im Synchron-Wettbewerb vom 3-Meter-Brett. Für Punzel war es wie bei Hausding das vierte Edelmetall in Kiew. Weitere Medaillen holten die WM-Dritten Punzel/Lou Massenberg mit Platz zwei als Titelverteidiger im Mixed-Synchronwettbewerb vom 3-Meter-Brett. Die 24 Jahre alte Punzel, die auch zum Gold-Team gehörte, holte zudem wie schon 2018 in Edinburgh Bronze vom 3-m-Brett. "Mit vier Medaillen kann ich sehr zufrieden sein", sagte Punzel. "Jetzt geht's direkt in Urlaub. Das war auch der erste Gedanke: Wir haben es jetzt geschafft. Da freue ich mich drauf, drei Wochen kein Wasserspringen."

Timo Barthel belegte in Kiew beim Turmsprung-Sieg des erst 13-jährigen Alexej Sereda den siebten Platz. Der junge Ukrainer hatte schon bei der WM für Aufsehen gesorgt. 

"Wir sind in der Medaillenwertung Dritter geworden, haben insgesamt acht Medaillen geholt, eine sehr gute Bilanz. Wir haben in den Olympischen Synchron-Disziplinen mit den zweiten Plätzen auf uns aufmerksam gemacht. Das war sehr wichtig in Vorbereitung auf Tokio 2020", sagte DSV-Leistungssport-Direktor Lutz Buschkow.

 

Autor: DOSB, SID, dpa

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