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Beachvolleyball-WM in Hamburg: Deutsches Duo brilliert

Nach dem WM-Silber von Julius Thole und Clemens Wickler hat der deutsche Beachvolleyball ein starkes Team für Tokio. Ein Jahr vor den Spielen bleiben die erfolgsverwöhnten Frauen dagegen hinter den Erwartungen zurück.

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio sind die Sorgenfalten bei Niclas Hildebrand ein bisschen tiefer geworden. "Wir haben ein Weltklasseteam. Die anderen spielen um die Plätze 15 bis 30", sagte der Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nach dem Silber-Coup von Julius Thole und Clemens Wickler bei der Beach-WM in Hamburg.

Auch wenn die Veranstaltung in Hamburg mit 130.000 Zuschauern, einer starken Fernsehpräsenz und der ersten WM-Medaille für die deutschen Männer seit Bronze von Jonathan Erdmann/Kay Matysik vor sechs Jahren ein voller Erfolg für die Organisatoren war, kommt auf den Verband jede Menge Arbeit zu.

Die erfolgsverwöhnten Frauen um Olympiasiegerin Laura Ludwig scheiterten allesamt früh, lediglich Karla Borger und Julia Sude schafften es ins Achtelfinale. "Die breite Masse ist da, aber ein Klasseteam fehlt", sagte Hildebrand. Ludwig kommt nach ihrer Babypause mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch nicht in Schwung, die Zeit bis zu den Sommerspielen ist knapp.

Eigentlich war die Zielvorgabe für Tokio bei den Frauen eine Medaille und ein fünfter Platz. Nach dem enttäuschenden Abschneiden korrigierte der DVV die Erwartungen nach unten. Dass die deutschen Beachvolleyballer die maximale Anzahl von je zwei Frauen- und Männer-Teams nach Japan schicken, ist derzeit eher unwahrscheinlich.

Hinter Deutschlands Top-Duo klafft bei den Männern eine große Lücke, die es nach dem Beispiel Thole/Wickler zu schließen gilt. "Sie sind vor einem Jahr auf Platz 65 gewesen, jetzt sind der Wille und die Leidenschaft dazugekommen, 365 Tage im Jahr für Beachvolleyball zu leben. Diese Art muss die Messlatte für andere Teams sein", so Hildebrand.

Das erst im Herbst 2017 vom Verband zusammengestellte Team war im Rothenbaumstadion überraschend ins Finale gestürmt. Der 22-jährige Thole und sein zwei Jahre älterer Partner Wickler wuchsen dabei ein ums andere Mal über sich hinaus und entfalteten vor dem begeisterten Publikum ihr ganzes Potenzial.

Beide profitieren von der Zentralisierung, die der DVV auch gegen Widerstände aus dem Athletenlager durchgesetzt hat. Das Training am Olympiastützpunkt in Hamburg trägt schon jetzt Früchte, spätestens mit dem Sieg im Halbfinale gegen die Weltranglistenersten Anders Mol und Christian Sorum (Norwegen) etablierten sich Thole/Wickler in der Weltspitze.

"Abheben werden wir nicht, dafür sind wir nicht die Typen. Ich hole Julius auf den Teppich und er mich. Eines der nächsten Ziele ist auf jeden Fall die Quali für Tokio 2020", sagte Wickler. Ursprünglich sollte es bereits ab Mittwoch im schweizerischen Gstaad weitergehen, doch das Duo vom Eimsbütteler TV gönnt sich nach der kräftezehrenden WM eine Wettkampfpause. 

Jeden Punkt brauchen hingegen Ludwig/Kozuch, um ihren Traum von einem Olympiaticket nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Das Duo tritt aufgrund der schlechten Ranglistenposition in Gstaad erst einmal in der Qualifikation an. "Wir müssen Stärken und Schwächen klar benennen. Ich bin überzeugt, dass das der Weg ist, wenn du zu den Gewinnern gehören willst", sagte Niclas. Gerade die Frauen müssen nun liefern.

Insgesamt kamen an den zehn Tagen mehr als 130.000 Zuschauer, um die Beach-Volleyball Weltmeisterschaf live vor Ort mitzuerleben. Am Finalwochenende, und insbesondere am Finaltag, erreichten die Schlangen vor den Toren des Geländes Dimensionen, die es im Beach-Volleyball so noch nicht gegeben hat. So sparten auch die Teams in der Mixed-Zone nicht an Worten, um immer wieder auf die grandiose Stimmung hinzuweisen.

Die WM wurde nicht nur in Deutschland breitflächig auf SPORT1, DAZN sowie ARD und ZDF breitflächig übertragen. Weltweit wurde das Event in 75 Ländern gezeigt, in 25 davon liefen Live-Bilder. „Allein in Norwegen hatten die Beach-Übertragungen einen Marktanteil von 40 Prozent”, sagte Jagerhofer. In Deutschland übertrug die ARD das Endspiel am Sonntag live. Insgesamt fieberten 1,31 Millionen Menschen mit und sorgten für einen Marktanteil von 9,8 Prozent.

SID/DOSB

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