DOSB - Olympiamannschaft

Bühne

Olympic Weekly

12 Medaillen bei European Championships, ATP-Zverev gewinnt Turnier in Washington

In unserem Olympic Weekly schauen wir jede Woche auf das zurück, was in der Vorwoche im olympischen Sport passiert ist - selbstverständlich mit Fokus auf unsere deutschen Athletinnen und Athleten.

Schwimmen

Henning Mühlleitner hat dem deutschen Schwimmteam zum Auftakt der EM in Glasgow die erste Medaille beschert. Der 21 Jahre alte Neckarsulmer sicherte sich im Finale auf Paul Biedermanns Weltrekordstrecke über 400 m Freistil in 3:47,18 Minuten Bronze. Es war gleichzeitig das erste deutsche Edelmetall bei den European Championships in der schottischen Metropole.

"Die Medaille ist das Sahnehäubchen", sagte Mühlleitner, der taktisch glänzend eingestellt war: "Ich bin auf den ersten 300 Metern mein eigenes Rennen geschwommen und habe mich erst auf den letzten 100 auf die anderen konzentriert. Ich bin glücklich, dass das aufgegangen ist."

Florian Wellbrock hat dem deutschen Schwimmteam bei der EM in Glasgow die zweite Goldmedaille beschert. Der 20 Jahre alte Magdeburger siegte am Sonntag im Finale über 1500 m Freistil in deutscher Rekordzeit von 14:36,15 Minuten vor dem Ukrainer Michailo Romantschuk und dem italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri.

"Ich hatte auf den letzten Metern solche Schmerzen, das hatte ich noch nie in meinem Leben", sagte Wellbrock im ZDF, "aber die Stimmung war atemberaubend. Es hat einfach Spaß gemacht. Wir haben sehr hart gearbeitet, das hat sich ausgezahlt." Wellbrock unterbot seinen deutschen Rekord, den er erst im April aufgestellt hatte, um mehr als vier Sekunden und schwamm ein taktisch sehr starkes Rennen.

Tennis

Der Hamburger Tennisprofi Alexander Zverev hat wie im Vorjahr das ATP-Turnier in Washington D.C. gewonnen. Der Titelverteidiger bezwang den 19 Jahre alten Australier Alex De Minaur im Finale der mit rund 2,15 Millionen US-Dollar dotierten Veranstaltung problemlos mit 6:2, 6:4. Drei Wochen vor den US Open in New York (27. August bis 10. September) bestätigte der 21-Jährige damit seine derzeitige Topform.

"Wenn man hier das erste Mal gewinnt, fühlt es sich großartig an. Aber wenn man zurückkommt, hat man ein bisschen Druck auf den Schultern", hatte Zverev schon vor dem Finale gesagt - und jenem Druck dann eindrucksvoll standgehalten. Für den Hamburger war es in seinem 14. Finale auf der ATP-Tour der neunte Titelgewinn. Vor Washington waren ihm nur in München (2017 und 2018) zwei Turniersiege gelungen.

Rudern

Der Deutschland-Achter hat zum sechsten Mal in Folge EM-Gold gewonnen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) verwies im Finale der European Championships in Glasgow den Olympia-Dritten Niederlande mit knapp einer Bootslänge Vorsprung auf Platz zwei und bleibt seit Olympia 2016 in Finalrennen ungeschlagen. Bronze ging an Rumänien.

Auf dem Strathclyde Loch südöstlich der schottischen Metropole erwischte das deutsche Paradeboot einen schwachen Start und lag nach 500 m nur auf Rang vier, kämpfte sich zur "Halbzeit" bei 1000 m aber schon auf den zweiten Platz vor. Am Ende fuhr das Team einem sicheren Sieg entgegen. Olympiasieger und Gastgeber Großbritannien musste sich mit Rang fünf begnügen.

Der Achter holte damit in Schottland die einzige deutsche Ruder-Medaille der EM. 

Bahnrad

Der deutsche Bahnradvierer der Frauen hat bei den European Championships in Glasgow die Bronzemedaille gewonnen. Das Quartett setzte sich im kleinen Finale gegen Polen durch. Zum dritten Platz gesellte sich mit 4:23:105 Minuten ein neuer deutscher Rekord.  

Miriam Welte aus Kaiserslautern und die Hildesheimerin Emma Hinze haben bei den Bahnrad-Europameisterschaften Bronze im Teamsprint der Frauen gewonnen. Das Duo setzte sich im kleinen Finale gegen die Niederlande durch. Gold ging an Russland.

Die deutschen Teamsprinter haben zum Abschluss des zweiten Tages die dritte deutsche Bronzemedaille geholt. Im Kampf um den dritten Platz besiegte das Trio des Bundes Deutscher Radfahrer mit Stefan Bötticher, Joachim Eilers (beide Chemnitz) und Timo Bichler (Burghausen) bei den European Championships die Mannschaft aus Polen.

Zeitfahrer Joachim Eilers hat die erste EM-Silbermedaille für die deutschen Athleten gewonnen. Der Chemnitzer musste sich über 1000 m nur Matthijs Büchli aus den Niederlanden geschlagen geben

Verfolgerin Lisa Brennauer hat die Goldmedaille bei den Bahnrad-Europameisterschaften gewonnen. Die 30-Jährige aus Durach siegte im Finallauf über 3000 m überraschend deutlich gegen Katie Archibald aus Großbritannien und sicherte dem Bund Deutscher Radfahrer den ersten Titel in der schottischen Metropole.

Anna Knauer hat den deutschen Bahnradsportlern die sechste EM-Medaille beschert. Die 23-Jährige aus Eichstätt gewann im Ausscheidungsrennen im Sir Chris Hoy Velodrom überraschend Silber und musste sich nur der viermaligen Olympiasiegerin Laura Kenny (Großbritannien) geschlagen geben. "Ich wollte unbedingt diese Medaille", sagte Knauer im ZDF: "Es ist alles zusammengekommen: Taktik, Wille, und die Form stimmt."  

Domenic Weinstein hat die Goldmedaille in der Einerverfolgung über 4000 m gewonnen und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) damit den zweiten Titel bei den Wettkämpfen in Glasgow beschert. Der 23-Jährige aus Villingen-Schwenningen schlug im Finale den Portugiesen Ivo Oliveira. Für den Schwarzwälder ist es der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere. 

Radsport

Radsportlerin Lisa Brennauer hat bei den European Championships in Glasgow einen Tag nach ihrem Erfolg in der Einerverfolgung ihre insgesamt dritte EM-Medaille gewonnen. Auf dem 130 km langen Kurs durch die schottische Metropole fuhr die 30-Jährige aus Durach im Schlusssprint auf den dritten Rang. Gold ging an die Italienerin Marta Bastianelli, Titelverteidigerin Marianne Vos aus den Niederlanden fuhr zu Silber.

In den Wettkampftagen zuvor hatten die deutschen Bahnradsportler in Abwesenheit der schwer verunglückten Olympiasiegerin Kristina Vogel bereits einen starken Auftakt hingelegt. Brennauer gewann 16 Stunden vor Start des Straßenrennens die bisher einzige Goldmedaille in der Einzelverfolgung, am Freitag hatte sie in der Mannschaftsverfolgung bereits Bronze geholt.

Der deutsche Straßenmeister Pascal Ackermann (Kandel) war bei der Polen-Rundfahrt der Radprofis der überragende Fahrer des Auftaktwochenendes. Der 24-Jährige aus dem Bora-hansgrohe-Team entschied die beiden ersten Etappen jeweils im Massensprint für sich und geht am Montag als Gesamtspitzenreiter auf die dritte Etappe der insgesamt siebentägigen Tour.

Schießen

Das Frauen-Trio Katrin Quooß, Sonja Scheibl und Sarah Bindrich bezwang im Viertelfinale zunächst die Slowakei (58:56) und ließ auch im Halbfinale gegen Großbritannien (59:55) nichts anbrennen. Das Gold-Finale gegen Italien war erreicht und blieb bis zum Ende spannend, „ehe zum Ende der Serie die Italienerinnen ziehen lassen mussten“, so Bundestrainer Uwe Möller zum 50:59.

Segeln

Die deutschen Segler haben bei der WM in allen olympischen Klassen vor Aarhus am vierten Wettkampftag bei insgesamt sehr böigen und schwierigen Bedingungen ihren zweiten WM-Tagessieg gefeiert. Die Olympia-Dritten Erik Heil/Thomas Plößel (Berlin) gewannen bei den 49ern das letzte Rennen des Tages und rückten auf Rang acht der Gesamtwertung unmittelbar hinter dem Kieler Duo Tim Fischer/Fabian Graf.

Am Tag nach dem Tageserfolg des Berliners Phillip Ksüske im Finn Dinghy erreichte Laser-Weltcupsieger Philipp Buhl (Immenstadt) im Kampf um die ersten 40 Prozent der Nationenplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zwei sechste Plätze. Der 28-Jährige hielt damit im Gesamtklassement nach sechs von zehn Wettfahrten vor dem Medaillenfinale den siebten Rang.

Bei den Nacra-17-Katamaranen starteten Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel/Altenholz) mit zwei Top Ten-Platzierungen in das Event. Im Zwischenklassement rangiert das Duo auf Platz 14.

Hockey

Die deutschen Hockey-Frauen haben bei der WM in London den Halbfinaleinzug verpasst. Das Team von Bundestrainer Xavier Reckinger verlor in der Runde der letzten Acht gegen Spanien knapp mit 0:1 (0:0) und musste im zweiten Aufeinandertreffen mit den Südeuropäerinnen die Hoffnung auf die erste WM-Medaille seit 20 Jahren begraben. Den Siegtreffer für die Spanierinnen erzielte Carmen Cano (54.).

"Das ist super enttäuschend. Wir sind nicht richtig in unser Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht gezeigt, was wir können. Wir haben wenig Torgefahr kreiert. Insgesamt kann man nicht sagen, dass wir mehr verdient hätten", sagte Reckinger bei DAZN.

Der Olympia-Dritte hatte die Spanierinnen in der letzten Gruppenpartie noch mit 3:1 besiegt, doch im ersten K.o.-Spiel fehlte es an der letzten Konsequenz. Zuvor hatte Deutschland beim Auftaktsieg gegen Südafrika (3:1) sowie dem Überraschungstriumph über Topfavorit Argentinien (3:2) überzeugt und war direkt ins Viertelfinale eingezogen. Spanien hatte sich als Dritter der Gruppe C zunächst noch in einer Play-off-Partie gegen Belgien durchsetzen müssen, um sich für die Runde der letzten Acht zu qualifizieren.

Badminton

Bei der Badminton-WM in Nanjing/China sind alle deutschen Teilnehmer ausgeschieden. Fabienne Deprez (Langenfeld/Aulnay-sous-Bois) unterlag in der zweiten Runde der Weltranglistenzweiten Akane Yamaguchi (Japan) mit 17:21, 10:21.

Im Herrendoppel verloren Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (Wipperfeld/Saarbrücken-Bischmisheim) 11:21, 14:21 gegen Chen Hung Ling/Wang Chi-Lin (Taiwan), die deutschen Meister Jones Jansen/Josche Zurwonne (Wipperfeld/Lüdinghausen) unterlagen Hiroyuki Endo/Yuta Watanabe (Japan) 13:21, 12:21.

Isabel Herttrich/Carla Nelte (Saarbrücken-Bischmisheim/Refrath) verpassten im Frauendoppel das Achtelfinale durch ein 21:16, 17:21, 20:22 gegen Chow Mei Kuan/Lee Meng Yean (Malaysia) knapp, die deutschen Meisterinnen vergaben im dritten Satz einen Matchball.

Linda Efler/Eva Janssens (Lüdinghausen) kassierten in der zweiten Runde gegen Jongkolphan Kititharakul/Rawinda Prajongjai (Thailand) ein 11:21, 11:21, Johanna Goliszewski/Lara Käpplein (Mülheim) zogen beim 7:21, 17:21 gegen Lee So Hee/Shin Seung Chan (Südkorea) den Kürzeren.

Synchronschwimmen

Das Team der deutschen Synchronschwimmerinnen hat bei der EM in Glasgow in der Freien Kombination den achten Platz belegt. Die Mannschaft um Marlene Bojer kam auf 80.300 Punkte.

Synchronschwimmerin Marlene Bojer hat im Solo-Finale der Technischen Kür bei den European Championships in Glasgow nur ganz knapp die Marke von 80 Punkten verpasst. Die Münchnerin kam mit 79,9606 Zählern auf den zehnten Platz und verbesserte sich gegenüber dem Vorkampf um zwei Ränge.

[Quelle: SID]

Disclaimer

Die Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir versuchen mit dem Olympic Weekly Olympia-Fans einen Überblick über das Wichtigste aus der vergangenen Woche zu liefern. Mehr und ausführlichere Informationen zu den einzelnen Sportarten gibt es auf den jeweiligen Verbandsseiten.

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie weiterhin auf dieser Website bleiben, erteilen Sie damit Ihr Einverständnis zur Verwendung von Cookies.

Schließen